Erb / Baker "Bottervagl"
HisVoice (Tsch) – Martin Lauer

V pořadí již šesté album vycházející na Veto exchange, spojce Luzernské a Chicagské freejazzové scény a subdivizi svýcarského labelu Veto Records s názvem Bottervaggl opět svádí dohromady pianistu Jima Bakera a zakladatele labelu, hráče na tenorsaxofon a kontrabasklarinet, Christopha Erba. Materiál alba pochází ze společných improvizačních seancí nahraných v Chicagském Kingsize studiu při Erbově třítýdenním pobytu v dubnu roku 2012, z nichž plánuje Erb sestavit a vydat na Veto Records ještě další tři alba na sklonku letošního roku. Za oběma z muzikantů stojí úctyhodné diskografie a splupráce s celou řadou známých osobností na poli freejazzu a volné improvizace, pro zmínku snad postačí uvést dvě jména Fred Lonberg-Holm a Michael Zerang. Erb navíc k tomu působí v kapelách Veto, BigVeto, Lila a erb_gut. Z poslechu alba je zřejmé, že oba hráči zdárně operují v idiomu freejazzu. Nečiní jim problémy nechávat volný průchod své hudební představivosti a zároveň pozorně sledovat jeden druhého a podnětně na sebe reagovat. Úvodní skladba s překvapivě českým názvem Motýl je prodchnuta prolétávajícími motivy a rytmicky roztřepenými sériemi tónů, které si Erb a Baker vyměňují v nepřeberné rychlosti. Erbův pravidelně opakovaný totožný tón je však až příliš okatou předzvěstí konce skladby. Následující Tximeleta představuje po hudebně-experimentální stránce asi nejradikálnější část alba. Rozehrává zběsilou šarvátku mezi oběma nástroji, ve které se Baker oddává rozverným běhům na klaviatuře, nechávaje Erba variovat na několika tónech nebo naopak rozeznívá clustery tónů piana, a tím podněcuje Erba k zběsilým běhům, ve kterých jako by se pokoušel rozeznít sněť tónů najednou. Posléze však album ztrácí na ráznosti, jízlivosti a energičnosti a propadá se do vleklejších, romatizujících pasáží. Erbův výrazový arzenál i technická zručnost při hře jsou úctyhodné, uhrančivé přefuky, přiškrcené jemně vypouštěné tóny i basklarinetové staccato jsou jen zlomkem toho, co Erb na své nástroje dokáže předvést. Přesto po zvukové stránce album nijak zásadně nepřekvapí, zvuk Bakerova piana je na celém albu stejný, jen nakřáplé trylkující vibrato Erbova tenorsaxofonu místy připomíná syntezátor.



Erb / Baker "Bottervagl"
Bad Alchemy - Rigobert Dittmann

Diese weitere Chicago-Session des Bassklarinettisten (& Tenorsaxophonisten) Erb, diesmal mit dem Pianisten der Territory Band und des Exploding Star Orchestra, ist verpackungsmäßig und visuell zu reizvoll, um es nicht zu erwähnen. Aber das Zusammenspiel in fünf Kreativschüben, das so präsentiert wird, verdient das auch. Baker quirlt, aber perlt nicht. Seine Phantasie erlaubt sogar kleine Anspielungen ans Entertainerfach, aber mit Sophistication und ausbalanciert durch schnittige Motorik und perkussive Deklarationen. Er ist kein Provokateur und Ohrenspitzer, aber ein ideenreicher Vetreter eines In-Between, ähnlich wie Shipp oder Iyer, Sandell oder Courvoisier. Da sind auch quasi 'romantische', also eher um Feeling als um Konstruktion bemühte Passagen drin, speziell wenn Erb dazu auf der Bassklarinette brütet. Natürlich klingt es manchmal wie 'Tximeleta', aber vieles reimt sich auch wie 'Kupu' auf 'kupu', wenn auch nur auf abenteuerlichen Umwegen. Auch Erb gönnt uns da am Ende mal ein kleines Zitat. Aber berührender als solche Ohrenzupfer ist der sehnsuchstvolle Auftakt zu 'Gwilwileth', dessen Klangskala umsonst 3 Oktaven umfasst, wo das Herz doch nur das blaue Viertel davon braucht. Aber wie das Leben so spielt, sind nach 3, 4 Min. doch auch wieder Kapriolen angesagt, obwohl sich so die Trübsal nicht abschütteln lässt. Tausend Fragen zucken hin und her und die ganze Tonleiter wird auf und ab nach Lösungen abgegrast. Zuletzt beschmaucht Erb Bakers elegisches Umeinandertasten tonlos, bevor sie ihre Tristesse zärtlich miteinander teilen. Auch 'Kelebek' kreist um blaue Gedanken und ungelöste Fragen, die Erb betrillert und auf der Zunge schmelzen lässt, während Baker auf den Keys lakonisch Schicksal spielt. Wenn es um große Gefühle und The Art of the Duet geht, braucht dieses Duo nicht den Schattenwurf bekannterer Namen zu fürchten. [BA 77 rbd]



Yves Reichmuth Quartet "Fingertongue"
Jazz’n’more – Pirmin Bossart

Drei Stücke sind auf diesem Album zu hören, 12 Minuten, 14 Minuten und 18 Minuten lang. Wer jetzt automatisch davon ausgeht, dass hier „sowieso nur“ lustvoll bis ziellos drauflos improvisiert wird, liegt falsch. Wohl wird hier viel improvisiert, und auch die Lust dazu ist hörbar. Aber beliebig oder gar ziellos ist das nicht. Alle drei Stücke basieren auf Kompositionen von Gitarrist Yves Reichmuth, die den Gesamtflow dieses Quartetts nicht nur kanalisieren und formen, sondern den Interagierenden eine reiche Palette an klanglichen Ausdrucksmöglichkeiten, Entfaltungen und Exzessen ermöglichen. Dubuis und Friedli bringen ihren kraftstrotzenden Rockgestus und gewisse Free Funk-Figuren rein, während Reichmuth koloriert Brücken legt, verbindet Stimmungen vorgibt, auch mal abhebt. Auch wenn es streckenweise Phasen gibt, in denen die Spannung etwas nachlässt und der Aufmerksamkeitspegel fällt, ist das ein bemerkenswert frisches und abwechslungsreiches Album. Die Musiker setzen sich einem Risiko aus und erreichen auch in den subtilen und ruhigeren Klangprozessen eine gute Intensität.



Yves Reichmuth Quartet "Fingertongue"
Kulturmagazin, Luzern

Wenn sich iTunes nicht irrt, Das Programm rechnet das zweite Album des Yves Reichmuth Quartet dem Genre „Pop“ zu. Dabei ist der Formation wohl nur wenig so fern wie besagte Gattung. Reichmuth, ein Gitarrist und Absolvent der Musikhochschule Luzern, tummelt sich rastlos zwischen Jazz, Rock und improvisierter Musik. Zusammen mit seinen Mitstreitern Lucien Dubuis, Silvan Jeger und Lionel Friedli widmet sich der Bandleader auf dem neuen Werk der Erforschung des Energetischen. Die drei Suiten sind komplex, klingen resolut und provokativ. Der 18-minütige Auftakt, „Der Scharlatan/ ...L’invisible chemin/Spine“, mutet an wie ein nicht sonderlich friedlich verlaufendes Aufeinandertreffen einer James-Bond-Melodie, verwinkelten Sounds und Funden des Free Jazz. Die Gitarre flirrt, die Klarinette schwitzt und die Rhythmussektion sorgt für helle Aufregung und hochgehaltene Spannung. “Fingertongue“ empfängt mit verschlossenen Armen und will erforscht und erobert sein. Das dauert, das lohnt. (mig)



Yves Reichmuth Quartet "Fingertongue"
Bad Alchemy - Rigobert Dittmann

Die unerschöpfliche Schweizer NowJazz-Szene wartet hier mit diplomierten Qualitätsarbeit unter Federführung des Gitarristen Yves Reichmuth auf, mit dem Freakshow-erprobtenLucien Dubuis an der Bassklarinette und Lionel Friedli am Schlagzeug. Die Drei sind aufeinander eingespielt schon durch Reichmuths FRACTAL, mit Dubuis und Friedli als seit Jahren verbundenen Gespann im Dubuis Trio und im Old School Quartet. Ist Friedli schon ein Umtriebler mit Manuel Mengis Gruppe 6, Nicolas Masson Parallels, OZMO etc., so ist es der vierte Mann nicht weniger. Silvan Jeger spielt hier Kontrabass, ist aber auch an Gitarre, Cello und sogar als Sänger gut zu gebrauchen. Der Reiz von Reichmuths drei Suiten besteht in der Reibung von Gitarre und rauem Gebläse. Der Drive und das große Spektrum an Strukturen und Klangfärbungen lassen eine Etikettierung als Jazz oder Jazzrock wenn nicht überflüssig so doch unzureichend erscheinen. 'Der Scharlatan/"... L'invisible Chemin/Spine' schlägt sich mit gezackten Kapriolen und bassklarinettistischer Verve in die Büsche, um nach einem kleinen Geschäft Hals über Kopf wieder die verlorene Zeit einzuholen. Einer simplen, aber leicht schrillen Passage folgt Stillstand und bedächtiges Spurenlesen. Jeger stöbert und kratzt mit dem Bogen, Reichmuth heddert im Gestrüpp, Dubuis pfeift durch enge Fugen und auf dem hohlen Zahn. Der Fortgang ergibt sich dann wie von alleine, und alle, allen voran Dubuis, der das Pfadfinderfähnlein flattern lässt, nehmen die Beine auf den Buckel. 'Osmosis/Fingertongue/#3' mischt amerikanischen mit orientalischem Anhauch, ohne dass ich genau sagen könnte, welche abend- und morgendländischen Crossroads sich da kreuzen. 'Smoke Signals/#5/#7' wechselt von Dubuis' Gegurgel zu tuffen Unisono-Deklamationen. Friedli scheppert mit Kuhglocken über Stock und Stein und verblüfft mit merkwürdigen Entschleunigungen. Besinnliches Miteinander zerfasert in träumerischem Spintisieren und findet dann doch wieder zum gemeinsamen Beat unter verwegener gitarristischer Führung und mit finalem Holterdipolter treffsicher das scheinbar aus den Augen verlorene Ziel. [BA 76 rbd]



"Screw and Straw" Erb / LONBERG-HOLM /
Skug (A) www.skug.at - Curt Cusine

Da haben sich ja zwei Brüder im Geiste gefunden! Christoph Erb, Saxophonist mit schwerer Neigung zu Trash, Noise und experimentellem Getöse, und Fred Lonberg-Holm, Cellist und Gitarrist, mit im Grunde denselben Vorlieben, bloß anders sozialisiert. Erb ist Schweizer und hat sich seine Reputation mit diversen Größen des europäischen Avantgardejazz erspielt, Lonberg-Holm ist (US-)Amerikaner und hat unter anderem bei MortonFeldman und Anthony Braxton studiert. Ihm ist es vermutlich auch zu verdanken, dass »Screw and Straw« nicht bloß eine noisige Tour de Force geworden ist, sondern immer wieder sehr konzentrierte, spannungsgeladene Passagen hat. Cello und Saxophon zirpen an den äußersten Rändern ihrer Soundmöglichkeiten dahin, die Töne nesteln und schnattern, fast geht es insMikrotonale ... und dann wieder macht es Kareshkramblam! Das ergibt dann, bei aller experimentellen Tortur, ein doch sehr angenehm reichhaltiges Hörerlebnis, was sich von einschlägigen Tonträgern nur ab und an behaupten lässt. Muss man darum eigentlich als »ziemlich saugut« einstufen. Witzig übrigens das Pressefoto der beiden Herren. Lonberg-Holm sieht aus wie Johnny Ramone, Erb wie ein aus einer 68-er Kommune entlaufener Hippiejesus. Das also ist musikalisch aus Sex & Drugs & freier Liebe geworden. Jesus!



"Screw and Straw" Erb / LONBERG-HOLM /
Terz, Düsseldorf – by Honker www.terz.org

Ein weiteres FreeJazz-Duo als heiter-lässig-konzentrierte Schwerarbeit: Schweizer Sax und Bassklarinette trifft US-Cello. Erb entdeckungsfreudig wie immer, und Lonberg-Holm, ein richtiger Ladies-Man in seinen Kooperationen, kommt immer gut, wenn’s mal wieder einen Typ trifft. Tonal sehr schön extrem befreit und dabei gleichsam ohne billiges Powerplay-Wechselgeld, immer hübsch ziehend, stechend, überraschend. Keine E-Muzak-Anwandlungen und tolle Titel. Yeah!



The Luzern-Chicago Connection "Live at Jazzfestival Willisau"
Terz, Düsseldorf – by Honker www.terz.org

Die Exchange-Reihe des Luzerner Labels dokumentiert den steten Austausch der Improv- und Jazzszenen der beiden Schwesternstädte, hier beim Jazzfestival Willisau 2010. Das hat waghalsigen Drive und kratzbürstige Tiefe, und auch Isa Wiss’ Vocals finden zwischen Experiment und Swing auf wunderbare Weise ins facetten- und überraschungsreichhaltige Spiel. Dieses Sextett live zu erleben, dürfte enormen Spaß gemacht haben – zum Glück gibt es diese tolle Aufnahme!



The Luzern-Chicago Connection "Live at Jazzfestival Willisau"
CitizenJazz.com(F) - Franpi Barriaux

Il y a des jumelages plus excitants que d’autres. Entre Lucerne, au cœur de la Suisse alémanique, et Chicago, agglomération qui compte à elle seule plus d’habitants que la Suisse toute entière, cela ne se limite pas à l’éternel dépôt de bouquet de fleurs et à l’annuel voyage des anciens. Car chacune des deux, à son échelle, est un cœur palpitant de la musique improvisée… Voici quelques mois que Veto Records, le label helvète du multianchiste Christoph Erb propose dans sa collection Exchange un compte rendu passionnant des rencontres entre les musiciens des deux villes. Pour la première fois, on ne retrouve pas Erb sur le cinquième album d’Exchange. The Luzern-Chicago Connection (TLCC) a d’ailleurs été enregistré au festival de Willisau en 2010, avant qu’Erb n’entreprenne ses rencontres avec la scène de Chicago… Formation représentant à parité les deux cités, TLCC propose une musique free assez traditionnelle quoique très polymorphe. Ce sextet n’hésite pas, au fil de ces sept pièces aux univers très différents selon leur auteur, à visiter un bop assez classique (« Willisau Thing/Poor Feather ») comme des formes plus radicales. Ainsi « Entenparade/How D », écrit par la vocaliste Isa Wiss et le pianiste Hans-Peter Pfammatter. On y retrouve ce dernier dans un champ plus classique qu’à l’accoutumée, et qui cherche dans les tréfonds du piano des profondeurs nouvelles, griffées par la contrebasse de Jason Roebke. Du côté de Chicago, on retrouve tel quel le remarquable trio du tromboniste Jeb Bishop qui constitue en réalité la colonne vertébrale de cette échange culturel en terres improvisées. Avec le coloriste Frank Rosaly à la batterie et surtout Roebke, Bishop et son jeu de sourdine impeccable structurent le propos parfois dispersé du sextet. Sur « Third Sapin », le morceau dont il est l’auteur, TLCC tangue entre fanfare cabossée à la Max Nagl et frottements d’ostinatos avec le tubiste Marc Unternährer, qui évoquent par petites touches le Wind Quartet de Szilard Mezei. Le jeu de timbres tuba/trombone est au cœur du propos de TLCC. C’est dans « B & P » (Unternährer), véritable découverte de l’album, qu’il trouve sa plus belle expression. Ce combat de growl rythmé par le jeu de gorge d’Isa Wiss rend orageuse la relation entre les deux soufflants avant de revenir à une forme plus apaisée, quoiqu’en perpétuel mouvement. The Luzern-Chicago Connection est un témoignage très intéressant de la vivacité de ces deux scènes jumelles. C’est avec intérêt que l’on attend le prochain épisode des Exchange…



The Luzern-Chicago Connection "Live at Jazzfestival Willisau"
Vital Weekly (NL) - Dolf Mulder

Another chapter in the ongoing exchange between Chicago and Luzern. And again an exciting meeting between musicians from these two cities. This time a set recorded at the Willisau Festival in Switzerland in 2010. A sextet of three Swiss musicians – Isa Wiss (vocals), Marc Unternährer (tuba) and Hans-Peter Pfammatter (piano) – and three US musicians - Jep Bishop (trombone), Jason Roebke (bass), Frank Rosaly (drums). The playing of Pfammatter was the biggest surprise for me. A virtuoso player, with a fine sense for humor, doing crazy and imaginative things. He studied piano in Luzern under Simon Nabatov. Hope to hear more from this creative soul who also studied composition and has a love for electronics. The interplay and communication between these musicians is excellent, leading to music that is absolutely enjoyable and exciting. Very rich improvisations, filled with ideas and full of details, based on compositional input by most members. Excellent work!



The Luzern-Chicago Connection "Live at Jazzfestival Willisau"
New York City Jazz Record (USA) – Clifford Allen

...another live disc presents Rosaly and Bishop as part of The Luzern-Chicago Connection, a group that also features bassist Jason Roebke, pianist Hans-PeterPfammatter, vocalist Isa Wiss and tubaist MarcUnternährer. Live at Jazzfestival Willisau consists of a 2010 performance of the sextet on seven compositions including Rosaly’s “Apples/Tree Structures”. A stately ballad initiated by bowed bass and long tones from brass and voice, the ensemble splays out into spatial ricochets before returning to initial mass. The piecenearly segues into Bishop’s jaunty and modal “ThirdSpin”, the composer exuberant atop Pfammatter’s pointillist comping as the ensemble increases indensity. There are some surprisingly straightahead moments as well, evident in the gently shuffling Roebke-Wiss collaboration “Willisau Thing/PoorFeathers”. A curious unit, The Luzern-Chicago Connection eloquently bridges contemporary improvisation and modern jazz.



The Luzern-Chicago Connection "Live at Jazzfestival Willisau"
Luzerner Zeitung – Pirmin Bossart

Im August 2010 traten die Luzerner Musiker Isa Wiss, Marc Unternährerund Hans-Peter Pfammatter mit den Chicago Musikern Jep Bishop, Jason Roebke und Frank Rosaly am Jazz Festival Willisau auf. Der Gig kam damals beim Publikum sehr gut an und rückte insbesondere auch die Vokalistin Isa Wiss ins nationale Rampenlicht. Das Konzert wurde jetzt vom Luzerner Label veto-records veröffentlicht. Das Ad-hoc-Sextett arbeitete mit Motiven und kompositorischen Themen, die mit freien Teilen kombiniert wurden. Das nahm dem Gig einerseits eine gewisse Radikalität, machte Ihn aber deswegen auch einem breiten Publikum zugänglich. Dessen ungeachtet erweisen sich die Interaktionen und solistischen Ausbrüche als abwechslungsreich und überraschend. Das ist zeitgenössischer Jazz, mit dem die Luzerner Musiker auf gleicher Augenhöhe mit den amerikanischen Kollegen spielen und eine gemeinsame Sprache finden.



The Luzern-Chicago Connection "Live at Jazzfestival Willisau"
Improv Sphere (F) - Julien Héraud

Six musiciens: trois états-uniens et trois suisses. A l'occasion du Jazzfestival Williasau et dans le cadre d'un jumelage entre les villes de Lucerne et de Chicago, Isa Wiss (voix), Jeb Bishop (trombone), Hans-Peter Pfammater (piano), Marc Unternährer (tuba), Jason Roebke (contrebasse) et Frank Rosaly (batterie) ont pu se rencontrer pour un enregistrement live de près d'une heure. Il s'agit de sept pièces écrites à chaque fois par un musicien différent. Sept pièces où se succèdent avec équilibre compositions et improvisations, où une écriture bop fait suite à une écriture jazz moderne, où les soli de swing font place à des improvisations libres collectives, entre une musique inspirée des fanfares, un swing nostalgique et une composition polyphonique ou polyrythmique complexe. Mais ne vous y trompez pas, il ne s'agit nullement d'un collage surréaliste ou d'une superposition improbable de genres et d'esthétiques, la même énergie traverse ces sept pièces, ainsi que la même joie de se réunir et de collaborer. Il y a une unité et une cohérence qui traversent ce concert: l'unité d'une interaction et d'une intimité sensibles, mais aussi l'unité d'une volonté commune de création et de renouvellement. Dans l'ensemble c'est très jazz, le swing et les phrasés ternaires sont omniprésents, mais les structures sont modifiées au profit de breaks d'improvisation libre où techniques étendues, phrases atonales et arythmiques arrivent en profusion, ou encore au profit de ponts écrits d'une manière originale, entre la fanfare, le sound-painting, le minimalisme, et la musique populaire. Oui, c'est un album éclectique, l'ambiance joyeuse et énergique est toujours là, mais les procédés d'écriture comme l'opposition entre composition et improvisation sont constamment renouvelés. Un sextet à la recherche permanente de la forme adéquate et parfaite. Mais cette forme n'existe pas, la perfection semblant être un renouvellement permanent des formes nouvelles et anciennes. Certes, ce n'est pas la première fois qu'on tente de mélanger des formes anciennes à des formes avant-gardistes et/ou expérimentales, mais la virtuosité et l'énergie de chacun des musiciens font tout de même de cet album un disque vraiment plaisant et agréable, un disque plein de joie et d'humanité, qui ravira certainement les amateurs de free jazz plus classique et les fans de jazz moderne.



The Luzern-Chicago Connection "Live at Jazzfestival Willisau"
Monsieur Délire's listening diary - François Couture

Premier titre de la collection Exchange chez VETO à ne pas mettre en vedette l’anchiste Christoph Erb, mais il poursuit tout de même l’exploration d’un axe Lucerne-Chicago. Les américains Jeb Bishop, Frank Rosaly (ces deux-là étaient aussi sur At the Hideout chroniqué hier) et Jason Roebke rencontre les suisses Isa Wiss, Hans-Peter Pfammatter et Marc Unternährer. Et ce n’est pas une rencontre d’improvisation. Le groupe interprète plutôt un répertoire composé (séparément) par ses membres. Jazz actuel sympathique – c’est la première fois que j’entends Wiss chanter dans un contexte aussi jazzé – sans être particulièrement remarquable. On sent qu’un peu plus de préparation aurait été bénéfique. The first title in VETO’s Exchange series NOT featuring reedsman Christoph Erb, though it carries on with the Luzern-Chicago connection. Americans Jeb Bishop, Frank Rosaly (both featured on At the Hideout reviewed yesterday) and Jason Roebke meet Swiss musicians Isa Wiss, Hans-Peter Pfammatter and Marc Unternährer. And it’s not a free improvisation meetings: the group is performing pieces composed (seperately) by its members. Enjoyable though not remarkable avant-jazz – it’s the first time I hear Wiss singing in such a jazzy setting. It sounds like the group would have benefited from more rehearsal time.



The Luzern-Chicago Connection "Live at Jazzfestival Willisau"
Bad Alchemy – Rigobert Dittmann

Die Luzern-Chicago Connection, eine Agenda von Veto-Records, wird hier von je drei Vertretern beider Seiten mit Leben erfüllt. Die Vokalistin Isa Wiss, der mit Christy Doran's New Bag bekannte Pianist Hans-Peter Pfammatter und Marc Unternährer an der Tuba boten als gastgebende Spielgefährten für den Posaunisten Jeb Bishop, Jason Roebke am Bass und Frank Rosaly an den Drums das Beste, was sie zu bieten haben. Unternährer hatte Rosaly und Bishop schon kennengelernt, als er bei Chicago Luzern Exchange und Keefe Jackson's Project Project mitgeblubbert hatte. Tatsächlich herrschen auch hier bei diesem Sextett teils Bigbandverhältnisse, will sagen, um's Plinkplonking herum ein jazziger Groove, der gleich bei der 'Entenparade' verkündet: Mit fliegenden Kühen sind wir per Du. Beim elegisch gesäumten, vom Ästchen aufs Zweiglein kommenden 'Apples / Tree Structures' kommt aber doch auch das geräuschverliebte Improvisationsvermögen zum Zug, bevor bei 'Third Spin' wieder tubabepulster Schwung in die Sache kommt, Bishop vorneweg, Pfammatter in Trippelschritten hinterher, mit einem Zwischenstop im Cabaret Voltaire, bevor Lokomotivführer Bishop wieder Dampf gibt. Wiss bettet auf den augenzwingernd altmodischen Swing von 'Willisau Thing' ihren Song 'Poor Feathers', der ihr aber im Mund zu zerfallen droht. 'B & P' beginnt mit mintoneskem Gekeuche und einem Zickenzungenkoller, der nur mit viel Geduld von den beiden Bläsern soweit besänftigt wird, dass Wiss zu verständlicher Publikumsbeschimpfung übergeht - zu blöd, ihr Leben zu ändern, zu fad, um als Suppenfleisch zu taugen. Roebke zupft solange an 'Sirup for Sukram', bis die anderen mit dudeligem Ladida mitmachen, Wiss auf Balkanesisch vokalisiert und Bishop seine verstopfte Posaune melodienselig durchpustet. 'Lonely Cowboy' tänzelt zuletzt als launige Tändelei auf sechs Beinen dem Sonnenuntergang entgegen. Kalbskopf und süßes Mus danken's mit Beifall. [BA 75 rbd]



The Luzern-Chicago Connection "Live at Jazzfestival Willisau"
HisVoice (Tsch) – Martin Filip

Titul tohoto cédéčka dává v podstatě veškeré životopisné informace o nahrávce, kterou švýcarský label Veto Records letos vydal. Desku nahráli živě na festivalu ve švýcarském Willisau, které spadá do německy mluvícího kantonu Luzern, muzikanti, kteří se potkali v Chicagu. Kapelu pojmenovali The Luzern. Jde o hudebníky, kteří většinou u Veto Records vydávají nahrávky s jinými svými projekty. V popředí šestice stojí švýcarská zpěvačka Isa Wiss (pro zajímavost má pěkné internetové stránky www.isawiss.ch). Muzikantsky má nejspíše blízko k hráči na tubu Marcu Unternährerovi. Loni spolu nahráli CD jako duo a vystupují společně v projektu Obio! Švýcarský tubista hraje také po všech čertech (Le Rex, Ballbreakers Ensamble...). Pianista HP Pfammatter, nejspíše i on je Švýcar, vystupuje s kapelami Lila a Scope. A pak na CD hrají tři pánové z Chicaga: Trombonista Jep Bishop, kontrabasista Jason Roebke a bubeník Frank Rosaly. Nutno dodat, že muzikanti o sobě na svých internetových profilech většinou dodávají, že jsou improvizátoři. Myslím, že domněnka, kterou si teď tvoříte v hlavě, je správná. Muzikanti jsou bezesporu skvělými hráči na své nástroje. A foukají do tuby nebo trombonu, respektive tlučou to bubnu, z té správné strany. Zvuk je tedy takový, jaký bychom od zpěvačky, tubisty, trombonisty, kontrabasisty a bubeníka na podiu jazzového festivalu čekali. Ovšem neuslyšíte nějakou standardizovanou nudu, které pak upocenými dlaněmi v sále zdvořile zatleskáte, i když jste se dosud na polstrované židli ošívali nudou. The Lucern umějí skvěle držet posluchačovu pozornost. Skladby většinou stavějí na velmi hustém rastru tvořeném kraťoučkým minimalistickým motivem jednoho nástroje: tu jej hraje (vytrvale až strojově) trombon, tu tuba, jinde samozřejmě kontrabas, a v další skladbě zase pár kláves klavíru. A na takovém jemném pletivu nataženém spoluhráčem, pak ostatní skotačí jako na trampolíně. Velmi rádi ji ale opakovaně protrhají do improvizačních odmelodičtělých až bouřlivých pasáží. Z nich v počátcích skladby také spřádají nebo vprostřed rekonstruují. A na jiném místě z té sítě vyskočí do chytlavého finálového unisona. Co je pro výraz kapely zásadní, je přístup zpěvačky Isy Wiss. Ta velmi ráda přechází od zpěvu k jakémusi bosorkovskému drmolení, zaříkání, ševelení, drkotání. V těch momentech je více herečkou. Její projev trochu děsí, ale v jiné chvíli zase rozesmívá. V další své poloze se ukazuje jako recitátorka, když deklamuje vlastní německé verše. Výše uvedenému popisu se vymyká skladba, kterou The Luzern umístili doprostřed alba: Willisau Thing/Poor Featheres. Kapela tady rozjíždí zcela vážně pomalou jazzově-swingovou píseň, dost možná i nějakou klasiku žánru. Zasněná posmutnělá píseň pozdní noci nad parketem kdesi na břehu jezera. Jen vprostřed zpěvačka krátce ozdobí skladbu svým ševelením a drkotáním, kapela velmi tiše zadrkotá s ní, a pak se všichni vrátí k původním notám. A kdybychom jim snad pořád ještě nevěřili, nakolik jsou v základech jazzové písně kovaní, ukážou své schopnosti v závěrečné instrumentální pasáži. Naopak nic standardizovaného nečekejte v následující skladbě B&P. Tady zpěvačka nasazuje svůj hrkotavý projev už na začátku. Čarodějnicky se zaříkává, svíjí, čehosi se děsí, prosí, nadává. Co je ale pozoruhodné, kapela ji do toho vstupuje hrou jakýchsi fanfár, což poskytuje zcela specifický posluchačský zážitek. Vokální trýzeň pak přejde do německé recitace a ta je zase mostem k přitažlivé skladbě plné klavírních a dechových improvizací. Oním minimalistickým předivem je zde linka hraná kontrabasem. Krása jiné skladby, Sirup for Sukram, spočívá v melodii, kterou v refrénech zpěvačka vyzpívává v unisonu takřka se všemi nástroji, vždy do pomyslného vyvrcholení, ve němž skladbu následně muzikanti zakončí. Že se pak ozve potlesk, přijde posluchači jako samozřejmé. Mimochodem potlesk to je docela vzdálený, na nahrávku se diváci doslali jen okrajově. Na CD se vešlo sedm skladeb, které mají často velmi dlouhou stopáž. Přesahuje nejednou deset minut. Labelu se povedl nejen hudební obsah, ale i velmi vkusný papírový obal CD, který je jakousi reminiscencí na gramodesky. Vnější kartonový obal totiž skrývá (stroze potištěnou) papírovou kapsu, jaká obvykle chrání vinylovou desku. Ale to jen tak na okraj, The Luzern netřeba nikde vystavovat, rozhodně patří do přehrávače.



Christoph Erb - Erb alone
Terz, Düsseldorf / http://www.terz.org/ – HONKER

Erstaunlich und großartig, wie der Saxofonist und Veto-Mastermind hier während eines Chicago-Aufenthaltes sein ‚Klappenmonster’ auslotete. Unkonventionell & kompromisslos – so it shall be!



"SACK" Erb / LONBERG-HOLM / ROEBKE / ROSALY
Allaboutjazz Italy – by Vincenco Roggero / http://italia.allaboutjazz.com

Il multistrumentista svizzero Christoph Erb sembra aver trovato nella fervida scena impro di Chicago un terreno ideale per esprimere al meglio alcune delle sue molteplici visioni musicali. Questa serie di registrazioni in solo, duo, trio, quartetto hanno trovato pubblicazione nella collana Exchange dell'etichetta svizzera Veto fondata dallo stesso musicista. Tra i vari esponenti della Wind City il violoncellista Fred Lonberg-Holm occupa un posto di rilievo nella scacchiera musicale di Erb. Già apprezzate nel notevole duo Screw and Straw le affinità tra i due musicisti sono ulteriormente esaltate in questo Sack. Il violoncello sotto l'azione delle dita di Lonberg-Holm si trasforma in arma impropria che spara a zero sulle convenzioni stilistiche, abbatte barriere canoniche, funge da guastatore sonoro quando il flusso musicale sembra avviarsi su un versante eccessivamente conciliante. Quale partner ideale per le traiettorie imprevedibili del leader, per il sax tenore incandescente ed il clarinetto basso rugoso e magmatico! Ma Sack è lavoro collettivo, senza primedonne, che vive su un'innata propensione a sperimentare possibili sinergie, ad esplorare ogni anfratto timbrico, a provocare reazioni, a spingersi oltre, con un approccio che coniuga la vitalità del free jazz con la contemporaneità di stampo europeo. L'incrociarsi ed il sovrapporsi delle corde di Lonberg-Holm (anche alla chitarra elettrica) con quelle del contrabbasso di Jason Roebke costituiscono un valore aggiunto dell'incisione, con la batteria di Frank Rosaly a fungere da stimolante ragnatela ritmica. Non tutto ha una perfetta messa a fuoco ma Sack rimane comunque una bella testimonianza dell'incontro, sul piano della libera improvvisazione, tra due culture musicali.



Christoph Erb - Erb alone
Allaboutjazz Italy – by Vincenco Roggero / http://italia.allaboutjazz.com

Dopo l'abbuffata con alcuni degli esponenti più in vista della New Thing di Chicago il multistrumentista svizzero Christoph Erb si abbandona ad una prova solitaria in compagnia dei suoi strumenti prediletti, ossia sax tenore e clarinetto basso. Alone si sviluppa per poco più di ventisei minuti e dieci brani nei quali Erb si relaziona con lo strumento con mente libera, esplorandone i più intimi segreti, ricavandone suoni impossibili, cercando di andare oltre il saggio virtuosistico. Assenza di temi, linee melodiche più immaginarie che reali, senso della narrazione volutamente assente, uso di tecniche avanzate come mezzo di ricerca timbrica, al bando qualsiasi tentativo di emulare eredità passate e presenti nel territorio dell'esibizione solitaria, sono le coordinate entro le quali si muove il multistrumentista svizzero. Attraverso armonici, colpi di lingua, multifonici, percussioni di chiavi, fogli di carta, acqua e quant'altro si vengono a creare grumi, gangli nervosi, macchie liquide, suoni sospesi, rumori crudi, che compongono un mosaico, astratto e primordiale nello stesso tempo, dell'universo sonoro del sassofonista e clarinettista. Alone è disco breve, secco senza concessioni e senza appeal, di un musicista che si mette a nudo, che privilegia il dialogo con lo strumento nella ricerca delle profondità del proprio essere, lasciando in secondo piano, per una volta, la comunicazione con l'ascoltatore e le sue aspettative.



"Screw and Straw" Erb / LONBERG-HOLM /
CitizenJazz.com(F) - Franpi Barriaux

Après un solo remarqué sur son label Veto Records, on retrouve le multianchiste Christoph Erb dans sa collection Exchange, née d’une rencontre du Suisse avec des improvisateurs de la scène de Chicago. Parmi ceux-ci, c’est avec le violoncelliste Fred Lonberg-Holm qu’Erb a le plus d’affinités. Élève de Braxton ou de Morton Feldman, remarqué sur le formidable Warblepeck avec le Tony Malaby Cello Trio, Lonberg-Holm joue en effet avec la même impétuosité. Dans un univers musical très sombre, tous deux favorisent également une masse sonore égratignée de lumière crue. Si leur premier enregistrement en quartet, SACK, se situe dans le registre d’un free plus classique et moins lesté d’effets électroniques en se plaçant sous une référence commune à Joe McPhee (avec qui le violoncelliste a joué dans le Survival Unit III), c’est sur le tonitruant duo Screw and Straw que l’on retrouve toute la compacité de leur musique. On cherchera ici quelques rhizomes semés dans le jardin de Peter Brötzmann, avec qui Lonberg-Holm a également joué - dans le Chicago Tentet (« The Hostages »). L’évidente cohésion entre les deux musiciens naît dès « Savage Sunday », le long morceau qui ouvre l’album, mer de cordes tourmentées où ballotte une clarinette basse vibrante et explosive. Le Suisse reprend ensuite le contrôle de la discussion par des phrases vives où il fait éclater l’impeccable approche charnelle et rythmicienne de son jeu de clés. On retrouvera cet échange, en plus heurté, dans « Screw and Straw on Playboy Island » où les slaps de la clarinette basse semblent se heurter avec virulence au tramage en perpétuel changement inventé par Lonberg-Holm. Plus tard « l’anti-violoncelliste », comme il aime se faire appeler, lui répondra dans le fracas contenu d’une guitare électrique, instrument rarissime chez lui (« Screw and Straw are Guilty », qui clôt l’album dans le tonnerre). Si le dialogue hésite parfois entre tension et causticité (« Death Ride »), le son chaleureux d’Erb à la clarinette basse est le compagnon idéal d’un violoncelle souvent poussé aux limites du registre étendu (« Straw’s Lady »). Au fil des morceaux, même sensation abyssale et oppressante que chez Lila, le quartet suisse d’Erb. Parfois déroutante dans sa radicalité, la rencontre entre ces deux musiciens n’en est pas moins très riches et appelle certainement des collaborations futures à suivre avec le plus grand intérêt.



"SACK" Erb / LONBERG-HOLM / ROEBKE / ROSALY
Jazz.pt (Portugal) - Rui Eduardo Paes

A cena do jazz criativo de Chicago já de há muito que tem o hábito de receber músicos europeus no seu seio para colaborações com a prata da casa. Regra geral fá-lo com figuras que, apesar de nunca terem rompido com a matriz jazz, têm percursos no domínio da música livremente improvisada. É deste modo que a Cidade do Vento vem evitando a cristalização de um conceito musical fixo, abrindo a prática da improvisação jazzística a outras mais desvinculadas e radicais. Coube esse papel, recentemente, ao clarinetista baixo e saxofonista tenor suíço Christoph Erb, que neste registo é coadjuvado pelos “nativos” Lonberg-Holm, Roebke e Rosaly. O que ficou aqui registado é, no entanto, equívoco: se as estratégias adoptadas são, claramente, as da chamada “free music”, procurou-se que tudo soasse a um free jazz a ferro e fogo. Ou seja, este encontro pouco adiantou aos pressupostos que lhe terão assistido…



"SACK" Erb / LONBERG-HOLM / ROEBKE / ROSALY
CitizenJazz.com(F) - Franpi Barriaux

Comme dans leur très beau duo, le multianchiste Christoph Erb et le violoncelliste Fred Lonberg-Holm délivrent en quartet un alliage fait de densité et de chaos qu’ils érodent à force de fulgurances. Il sont cette fois accompagnés par une paire rythmique pointilliste originaire de Chicago (le remarquable Jason Roebke à la contrebasse et Frank Rosaly à la batterie), pour une musique plus émaciée qui offre plus d’espace. Malheureusement, plutôt que de libérer les individualités, cet espace dilue le propos. On regrettera de ne pas retrouver dans SACK la tension omniprésente de Screw and Straw. Certes, la longue pièce « Kadhananlo » révèle le jeu de guitare bruitiste de Lonberg-Holm et évoque, de loin en loin, Otomo Yoshihide, notamment dans son dialogue heurté avec la batterie. Mais malgré ces moments brillants, l’échange plus raffiné du duo véhicule davantage d’émotion.



"SACK" Erb / LONBERG-HOLM / ROEBKE / ROSALY
Le son du Grisli (F) - Guillaume Belhomme

Le 2 mai 2011 à Chicago, Christoph Erb embouchait saxophone ténor et clarinette basse en grande compagnie : Fred Lonberg-Holm (violoncelle et guitare), Jason Roebke (contrebasse) et Frank Rosaly (batterie, électronique). Le groupe investit le domaine d’une improvisation aux tensions vives où fleurissent les références (jazz, minimalisme, noise…). Erb brille lorsqu’il répète un motif et le fait vriller, Lonberg-Holm lorsqu’il exalte le collectif, à coups d’archet ou de médiator.



"Screw and Straw" Erb / LONBERG-HOLM /
Improv Sphere – Julien Héraud

Quatrième volet de la résidence du saxophoniste et clarinettiste Christoph Erb à Chicago, Screw and Straw est une suite de dix improvisations enregistrées en 2011 en compagnie de Fred Lonberg-Holm, au violoncelle et à la guitare. Est-ce la présence de Fred Lonberg-Holm qui me fait penser à Vandermark, ou Christoph Erb est-il vraiment influencé par ce dernier? Je ne sais pas, mais c'est difficile de ne pas faire l'association étant donné le jeu extrêmement énergique du saxophoniste suisse, qui fait également preuve d'une rapidité constante, de virtuosité, dans une succession de moments mélodiques et de cris survoltés. Des phrases alambiquées, fracturées, typiques du nouveau free jazz chicagoan, avec des techniques étendues au service d'une énergie virulente, et des phrases mélodiques très soignées pour les moments d’accalmie. A ses côtés, Lonberg-Holm, frotte les cordes du violoncelle avec une grande force et beaucoup d'énergie, ou utilise sa guitare électrique avec de nombreux effets de saturation et de distorsion, effets et jeu qui ne sont pas sans rappeler un mélange de Fred Frith et d'Otomo Yoshihide. Vous l'aurez compris, ces dix improvisations sont souvent fortes, et la très bonne écoute entre ces deux musiciens fait de cette suite une série de pièces plutôt intenses, à écouter fort, très fort. Erb et Lonberg-Holm ne misent pas forcément sur l'innovation et la créativité, mais sur l'énergie et la force propres à l'improvisation et à l'interaction. Ils ont beau utiliser une palette sonore assez large, mais également de nombreuses ambiances et de multiples techniques et modes de jeux; l'important réside surtout dans l'énergie transmise et produite. Une suite urgente de tableaux énergiques, où la concentration et l'écoute sont principalement au service de la spontanéité et de l'intensité. Virtuoses, fortes, énergiques, rapides, ces dix improvisations pour cordes et vents, pleines de ruptures et de puissance, nous plongent au sein d'un univers violent et urgent, mais beau et précis. Du bon boulot.



Christoph Erb - Erb alone
CitizenJazz.com (F) - Franpi Barriaux

De Chicago, où il est parti courant 2011, le saxophoniste suisse Christoph Erb est revenu avec plusieurs enregistrements destinés à la nouvelle collection Exchange de son label Veto Records. Après une première rencontre en trio avec Michael Zerang et Jim Baker, on le retrouve dans l’exercice complexe du solo, uniquement lesté de ses deux instruments de prédilection, le saxophone ténor et la clarinette basse. Dans un format très court - moins de 26 minutes - et dix miniatures comme autant de chemins, Erb Alone est un exposé très cru de l’esthétique du musicien et de ses racines. Joe McPhee, bien sûr, dont la filiation apparaît en filigrane à mesure que les morceaux s’enchaînent, mais aussi les solo du Braxton des débuts, pour l’énergie d’un morceau comme « Bschme ». Entre noirceur fébrile et fracas soudain, la technique très étendue tisse des univers dont l’entropie se nourrit des samples et des enchevêtrements des instruments, lorsqu’il ne joue pas avec le contenu d’un verre d’eau (« Soup »). Sous une jolie pochette en carton conçue comme une petite enveloppe, les slaps démultipliés de « Kirch » ou les lents crissements de « Kasimir » structurent une musique qui va sonder les profondeurs de l’abstraction. Avec son quartet Lila, Erb nous avait habitués à visiter une musique aux confins du métal et de l’électronique. Ici, dans le dépouillement du solo, le Suisse semble explorer de nouvelles abysses en synthétisant l’énergie de ses expériences passées et en les injectant dans l’exercice charnel du solo. Il y a de la poésie dans la masse monochrome de « Horny Goats », lentement griffé par l’érosion de la clarinette basse, mais aussi dans l’opiniâtre ostinato de « Ténor » et ses reliefs inédits fait de claquements et d’imperceptibles modulations ; c’est dans ces interstices que Christoph Erb instille des trouvailles harmoniques et des rythmiques subtiles. Et soudain, au centre même de l’album, comme sorti de ce maelström de cliquetis et de souffles, « Gooey Louie » prend des allures lyriques. Joué au ténor seul, sans multipistes, ce morceau chaleureux révèle le cœur même de sa musique. Erb Alone est un disque complexe et brut qui met en lumière un excellent musicien dans un exercice ardu. Ils sont peu à s’en sortir avec autant de verve.



"Screw and Straw" Erb / LONBERG-HOLM /
Monsieur Delire's listening diary - François Couture

Le saxophoniste suisse Christoph Erb persiste et signe. Voici un autre titre dans la série Exchange de Veto Records, lui aussi en enregistré à Chicago, en juin 2011. Il s’agit d’une session studio avec Fred Lonberg-Holm au violoncelle et à la guitare électrique. Dix improvisations dans les quatre à dix minutes chacune. La musique est pointilliste ici, bruitiste là. Le duo développe une belle diversité au niveau de la palette sonore, un niveau d’interaction solide, du coeur au ventre. Je crois que c’est la première fois que j’entends Lonberg-Holm à la guitare et il s’en sort très bien. En fait, son jeu de guitare (qui rappelle Fred Frith) porte “Screw and Straw Are Guilty” au rang de moment fort de l’album.
One more record for Swiss sax player Christoph Erb, also in Veto Records’ Exchange series, also recorded in Chicago, this time in June 2011. This is a studio session with Fred Lonberg-Holm on cello and electric guitar. Ten free improvisations, four to ten minutes each. The music ranges from pointillistic to noisy. The duo develops a wide sound palette, a strong level of interaction, and they have fire in their bellies. I believe it’s my first time hearing Lonberg-Holm on the guitar, and he does pretty well. In fact, his guitar playing (reminiscent of Fred Frith’s) carries “Screw and Straw Are Guilty” to the rank of album highlight.



"SACK" Erb / LONBERG-HOLM / ROEBKE / ROSALY
All about Jazz, New York – Glenn Astarita

„SACK“ Erb/Lonberg-Holm/Roebke/Rosaly (veto-records/exchange 003)
Swiss saxophonist Christoph Erb aligns with prominent exponents of Chicago's nu-jazz, avant-garde scene for a highly expressionistic incursion, modeled with his breathy microtonal notes and free-form abstractions. Blotted by manifold sound-sculpting implementations, rolling rhythms and budding crash and burn stylizations, the musical characteristics radiate an extended reach where anything is possible.The band kicks off the proceedings with "Karung," a piece engineered with unnerving vistas and drummer Frank Rosaly's bustling asymmetrical grooves amid cellist Fred Lonberg-Holm's furious parts, projecting a megalomaniacal way of dealing with dour circumstances. Hence, the musicians enact vivid imagery in almost all situations. They exude an organic power and operate through various slants, including circular and mind-bending passages, to counteract many of the sonorous or subtly melodic inferences."Meshok," the album closer, is highlighted by Erb's flirtatious bass clarinet lines, launching a series of weaving dialogues shaped by Rosaly's nimble brush-work as bassist Jason Roebke lays down a fluid bottom. Here, the rhythm section patterns the deftly sweeping pace. Moreover, Erb intersperses moments of happenstance where brief melody lines are predominately kept under the covers. Yet the quartet's fractured flows and windswept theme constructions offer additional perspectives.
Erb is becoming a notable force within the freer realms of jazz-tinged improvisation. Having the Chicago contingent onboard signals a deterministic outline, yielding persuasive concepts and wily interactions sans any reckless soloing ventures that would conceivably overshadow the artists' great synergy.



NEW YORK CITY JAZZ RECORD – by Clifford Allen
Reviews Veto-records/exchange 001-003

It’s fair to assume that one reason Swiss reedman Christoph Erb’s website gives no pertinent biographical details - other than the fact that he has a fascination with sheep - is because the music he makes shouldspeak for itself. Who he studied with, or how long he’sbeen playing, shouldn’t validate or get in the way of what’s being played or how. What is clear from his discography is that he’s been on the recording scene since about 2004 and much of his output can be found on the Lucerne-based label Veto. Three new discs feature Erb solo or with the accompaniment of two or three other musicians, all of them Chicago heavyweights, and the CDs themselves are packaged in elegant, silkscreened cardstock folders.

Erb/Baker/Zerang
joins Erb’s tenor and bass clarinet with keyboardist Jim Baker and percussionist Michael Zerang on a program of seven improvisations. Setting the tone, the opening “Silur” presents sounds divorced from their instrumental visual attachments. Analog electronics generate whir and chop, as breathy flutters and bowed, rubbed surfaces fall quite far from even the ‘free jazz’ tree. Hurling, scraping and twittering gestures are weird and bright while obviously intercommunicative. There is, after all, nothing wrong with a little whimsy alongside rarified exploration, so saliva-filled curls and clattering metal objects and Baker’s impulsive and detailed piano chords seem at Dutch odds on “Opisthoproctidae”. When he’s not engaging harmonics apart from phrasal implications, Erb can put forth a soft, cool tenor tone and attendant facility and on the aforementioned piece he and Baker are hand in hand very engaging improvisers.

Erb Alone
presents just what it says - Erb’s tenorvand bass clarinet as well as various objects, water and so forth in a series of ten vignettes both overdubbed and unadorned. Harmonic whine, guttural noises and bubble blowing all commingle to create a surprisingly tense environment on the opening “Soup”, in which Erb seems almost without pitch ˆ la Nate Wooley’s amplified breath solos. “Kasimir” presents fluttering tenor circularity with a decidedly physical and stomping energy while “Tenor” takes Joe McPhee-like heel digging and winnows it to an almost mechanistic tautness. Balancing the traditionally out with sound pieces made from percussive pops and slap-tonguing (“Räuber”) or electro-acoustic harshness (“Horny Goats”), Erb Alone presents an interesting window into methods that are both wry and cerebrally active.

Sack
is aided by the participation of drummer Frank Rosaly, cellist Fred Lonberg-Holm (who curiously also employs guitar) and bassist Jason Roebke on four collective pieces of hardscrabble improvisation. It takes a few minutes for the first salvo, “Karung”, to take hold, the bassist moving from bullish harmonics to a throaty pluck as Rosaly switches between soft clatter and half-erased beats. Erb’s chuffs and knobby declamations hang back in the field of action as the Chicago threesome saw and shift, underpinned by Roebke’s balladic free-time craft. The final few minutes are rooted in deep, rumbling rhythms and the earth-toned shouts of tenor and cello. “Kadhananlo” is the lengthiest improvisation here, a rugged and dry pulse firmly set in relation to the devilishly metallic Lonberg-Holm and Erb’s wailing mouthfuls. While Erb has chosen his sparring partners well, it may take some time for his work to coalesce - nevertheless, with more Veto titles on the way, he is someone to keep a close ear on.



Erb/Baker/Zerang
veto-records/exchange 001
Baker/Bruckmann/Zerang
Psychotic Reaction
MultiKulti Project MP1015

Jazzword (CDN)/ „Review of the moment" by Ken Waxman
http://www.jazzword.com/

Percussionist Michael Zerang and pianist/synthesizer player Jim Baker have been playing part-time as a duo since 1995 as well as during the many years preceding and since then have been part of many Chicago ensembles, usually alongside sympathetic string and horn players. The focal point of these trio CDs, recorded five years apart, is how through trial-and-error the two create an appropriate setting when improvising with a single reed player. Neither sonically deferential nor intimidating, the two allow the third person to eke out a role in a balanced setting. This musical balancing act was still being refined in 2006 when Psychotic Reaction was recorded with oboist/English horn player Kyle Bruckmann. Then Chicago-based, the reedist, who has since relocated to the Bay Area, is usually involved with minimalist sounds with an electronic component that skirt New music. In contrast the disc with Swiss tenor saxophonist and bass clarinetists Christoph Erb appears to have more oomph. One reason may be in that between them, Baker and Zerang have played with a collection of advanced saxophonists including Peter Brötzmann, Fred Anderson and Ken Vandermark. Meanwhile Erb has worked with stylists ranging from French drummer Daniel Humair to Chicago cellist Fred Lonberg-Holm. Clearly as well, the two Americans have also had an additional half-decade to develop their strategies. Ostensibly named for the 1966 hit by San Jose, Calif., garage band Count Five, Psychotic Reaction has the prerequisite track titles for an LP by a psychedelic rock band, but the sound obviously goes far past primitivism. Baker’s synth and electronic work is centred on intermittent space flutters and signal-processed buzzes plus tangles of quivering static. No Revival-Rock basher, Zerang is instead involved with spherical rhythm elaborations and time deconstruction. This allows him to use a standard kit to replicate the distinctive patterns of a Central African djembe, a South African conga drum or a North African dumbek. Unfortunately in 2006 this matchless virtuosity appears to have muted Bruckmann’s responses. There are tracks on which the reed man is figuratively MIA, and might literally have been so. Elsewhere the processed tangles of quivers and flanges on one hand from Baker, plus a combination of near-ceremonial hand percussion pitter-patter as well as ruffs, rolls and drags from the percussionist relegates Bruckmann to a secondary role. He’s most obvious when the strained, musette-resembling tones of his oboe shape themselves into Maghrebian coloring or when oscillated dirty air is expelled as commentary on the curlicue flutters and twists around him. There’s even a point where an unaffiliated vocalized line is heard, although whether from Bruckmann’s reeds or Baker’s electronics is unclear. Five years later, the improvisational affiliation with Lucerne-based Erb, in the midst of a six-month Windy City stay, is more evenly balanced. Baker’s use of the piano also adds additional warmth to the tracks. “Opisthoproctidae” for instance, rubs up what could be defined as modern Jazz. Baker comps and expresses himself in piano clusters, while Zerang’s rippling side ruffs, bell-ringing and cymbal clatter join them to allow Erb’s saxophone narrative to evolve replete with almost Paul Desmond-like lyrical lightness. Ultimately, buoyant piano voicing, metal-and-skin ratchets and drags from Zerang meet contrapuntal harmonies from the saxophonist’s flutter tonguing. There is equal cooperation displaced on “Tauch” as the chalumeau pitches from Erb’s bass clarinet are melded with tonic swing from Baker’s piano keys and corrosive scrapes and swipes from Zerang’s percussion. Probably the most extensive elaboration of the tripartite meeting occurs on “Devon”, although a descriptive climax appears on “Sakana”. On the former three parallel lines showcase squealing glottal punctuation from Erb’s horn, resonating rubs from Zerang’s percussion and loping glissandi from Baker’s synth. As the keyboardist loops calliope-like sounds into the mix, the reedist offers up a continuously breathed collection of strained multiphonics. As for “Sakana”, it mates ethnic music-like sequences to no-holds-barred improvisation. Here alongside slide whistle-like shrills and low-frequency glissandi from the synthesizer, the intervals of bell-like pings and naker-like pops from Zerang’s percussion are surmounted by echoing and almost ritualistic puffs from Erb’s horn with exotic timbres resembling those of a Tibetan gyaling. Clearly the intervening years have allowed Baker and Zerang to perfect a winning three-part formula, as the CD with Erb confirms. Bruckmann deserves a rematch.



Christoph Erb - Erb alone
Skug (A) www.skug.at - Curt Cusine

Noch ein Avantgardemusiker, der offensichtlich viel zu selten von seiner »besseren Hälfte« zum Geschirrspülen eingespannt wird. Daher auch viel zu viel zu Zeit, um sich der Brotlosigkeit in Reinkultur zu widmen. Wir sprechen vom Schweizer Saxophonisten Christoph Erb, der sich auf seiner mit »Alone« entwaffnend direkt betitelten CD der kompletten Darstellungspalette eines zeitgemäß bespielten Saxophons widmet. Wunderbare Soli, wilde Schnatterorgien, überdrehte Anblas- und Überblasungsexzesse … fast so, als wär’s eine Lehr-CD für angehende Soloavantgardisten. Dieser Aspekt ist es vielleicht auch, der einer popverwöhnten Landjugend »Alone« eventuell näher bringen könnte – na ja, eher unwahrscheinlich … Der gemeine Virtuositätsfetischist darf diese CD in jedem Fall als überbordendes Füllhorn kreativer Klangforschung anbeten. Schön auch, dass Erb Wert auf überschaubare Kürze legt. Nichts macht experimentelle Musik sexier als Prägnanz



Christoph Erb - Erb alone
Jazznytt, Oslo – Svein-Magnus Furu

Christoph Erb stiller seg i en stolt tradision når han nå gir ut plate for solo saksofon. Joe McPhee, Steve Lacy, Petter Wettre og Mats Gustafsson er blant de mange som har gjennomført denne øvelsen med stor suksess tidligere. Jeg syns „Alone“ ligger nært opp mot Ken Vandermarks „Furniture Music“, en samling korte komposisjoner som hver går systematisk til verks med a definere og improvisere et gitt tema eller stemning. På samme måte tar Erb for seg forskjellige musikalske ideer i hvert spor, som han utvikler logisk og systematisk gjennom to til tre minutter. Den største forskjellen fra Vandermarks mesterverk fra 2001 er at Erb ikke er like dogmatisk i sin tilnærming til soloplateformater. Han nekter seg verlem overdubbinger eller samplinger, noe som fører til større lagvis kompleksitet. Samtidig unnslipper han den skjøre posisjonen med kun sin egenproduserte lyd, her og nå som eneste holdepunkt i lyttingen. På „Alone“ synes jeg det blir en litt for lett vei dub bingene gir ikke nok tillbake til å forsare forlatelsen av det pure soloinstrument. Jeg skulle gjerne hørt ham helt alene, helen tiden. Det påfører et menneske en god del ekstra utfordringer å måtte klare seg som en Robinson på ensom ekspedisjon, og motbakker kann jo som kjent ofte være den beste muse.



"SACK" Erb / LONBERG-HOLM / ROEBKE / ROSALY
Monsieur Delire's listening diary - François Couture

„SACK“ Erb/Lonberg-Holm/Roebke/Rosaly (veto-records/exchange 003)
Le troisième titre dans la collection Exchange de l’étiquette suisse Veto met le clarinettiste Christoph Erb (centre d’intérêt de cette série) en présence d’une belle équipe de Chicago: le violoncelliste Fred Lonberg-Holm, le contrebassiste Jason Roebke et Frank Rosaly à la batterie. SACK a été enregistré en studio. Quatre compositions très ouvertes d’Erb, dans une veine free jazz où l’approche Chicago et l’approche européenne s’entremêlent. La longue “Kadhananlo” déménage à souhait. Une écoute stimulante. The third release in Swiss label Veto’s Exchange series devoted to clarinettist Christoph Erb puts said Erb in a fine Chicago-based line-up: cellist Fred Lonberg-Holm, bassist Jason Roebke, and drummer Frank Rosaly. SACK is a studio session, four Erb compositions with lots of free improvising room, in a free jazz vein that blends the Chicago sound with an European approach. The 20-minute “Kadhananlo” is quite eventful. A stimulating listen.



"SACK" Erb / LONBERG-HOLM / ROEBKE / ROSALY
Bad Alchemy – Rigobert Dittmann

SACK zeigt Christoph ERB noch während des Aufenthaltes in Chicago im freien Zusammenspiel mit Fred LONBERG-HOLM am Cello, Jason ROEBKE am Kontrabass und Frank ROSALY an Drums & Electronics, drei engagierten Vertretern trans­atlantischer Kreativitätsclashes und miteinander im Valentine Trio verbunden. Da man mit ihrer Diskographie den halben Atlantik aufschütten könnte, erinnere ich bei Lonberg-Holm nur an seine Kooperationen mit Zerang, Weasel Walter, Brötzmann, McPhee und Gjerstad, bei Roebke an Jason Stein's Locksmith Isidore und The Flatlands Collective, bei dem auch Rosaly trommelt, ebenso wie im Rempis Percussion Quartet und im Scorch Trio. Erb taucht mit Tenorsax und Bassklarinette in diesen Erfahrungsschatz ein, als hätte er nur darauf gewartet. Obwohl es sicher Einiges zu sagen gäbe über das kollegiale Miteinander der Vier, geht einem Laien zuerst doch die ausgeprägte Geräuschverliebtheit und das starke Materialbewusstsein ins Ohr, der Klang von Luft und Spucke, von Blech und Holz. Sägen, Klopfen, Kratzen, Schaben, kurz, Reibung und Reibungshitze sind ein Hauptkriterium dieser Musik, die musikalische Erwartungen mit Arbeitsprozessen konfrontiert. Ein wichti­ger Teil des Spieles und des Spaßes besteht darin, musikalische Vorstellungen auszuwei­ten mit den Reizen an den Nahtstellen, auch den Narben des Ästhetischen. Spucke und Poesie gehören nicht lebensweltlich getrennt. Sein Hygienewahn unterscheidet den Idea­lismus der Klassik vom Realismus dieser Improvisation mit ihren tuckernden und zischen­den Lauten, mit klirrenden und knarrenden, gezüllten und gepressten, gedongten und ge­klapperten, die ganz bedächtig und nur in speziellen Momenten impulsiv, oder nicht einmal das, sondern wiederum ganz bewusst expressiv ein Vollspektrum an Sinnesreizen ausfor­men. Erb lässt beim Finale von 'Karung' sein Tenorsax schreien, und den Andern gehn die Gäule durch. Danach wieder Plinkplonkpoesie. Als Lonberg-Holm bei 'Kott' kurz E-Gitarre zupft, spielt Roebke arco, und Rosaly lässt die Electronics bratzeln. 'Kadhananlo', die zen­trale Improvisation, lebt vom Kontrast des dunklen Basspizzicatos mit dem teils elektrifi­zierten Cello, das dabei zwischen E-Gitarre und Blasinstrument vexiert, was Erb dazu an­regt, näselnd, zartbitter summend und dann fast tonlos fauchend sein Tenorsax in etwas Exotisches zu verwandeln. 'Kadhananlo' wird zu einem bizarren Dschungel voller mechani­scher Tiere und elektronischer Vögel, die in wilde Erregung geraten. Bei 'Meshok' kehrt in den 'Dschungel' wieder träumerisch zirpende, gurrende Ruhe ein, nur Rosaly eilt auf pelzi­gen Pfoten dahin. In die eingekehrte Stille bricht nocheinmal ein poetischer Nachsatz. Als wäre das Ganze nicht schon seltsam genug gewesen. [BA 72 rbd]



"SACK" Erb / LONBERG-HOLM / ROEBKE / ROSALY
Improv Sphere – Julien Héraud

Enregistrées lors de la résidence de Christoph Erb à Chicago, ces quatre improvisations sont à tendance très fortes, libres et collectives. Du gros free jazz en somme. Sauf qu'il ne suffit pas toujours de jouer fort et en crescendo pour que ça marche, ce qui semble être le seul but de ces improvisations. Même s'il y a quelques moments plus calmes, et quelques duos plus espacés, ces parties sont toujours tendues vers une improvisation collective bordélique et forte (comme on peut parfois les aimer). J'avoue que j'ai vraiment eu du mal à m'immerger dans ces quatre pièces, à part quelques passages en formation réduite (notamment un duo sax/batterie où le ténor joue des multiphoniques en mode lyrique) où l'écoute marche très bien, le reste du disque se compose d'improvisations collectives souvent intenses mais où le dialogue ne prend pas réellement. Quatre improvisations où chacun fait preuve de virtuosité avec son lot de techniques étendues et de jeux très rapides (tel l'infatigable Rosaly, et le "guitariste" Lonberg-Holm fraichement émerveillé par quelques effets sommaires), mais cette virtuosité semble n'avoir qu'un seul but: une densité et une intensité maximales. C'est pas mauvais, mais juste trop dense, trop fort, trop free ai-je envie de dire. Beaucoup de déjà-entendu d'une part, mais surtout un manque d'écoute et de dialogue véritables extérieurs à quelques clichés du free jazz.



Erb / Baker / Zerang
The Wire – Nr. 334

'Recorded last June in Chicago's King Size Studio, this splendid debut on Swiss tenor saxophonist/bass clarinettist Christoph Erb's own label showcases what's the best about the city's free scene: it's willingness to blithely ignore the increasingly meaningless boundary line between (American) jazz and (European) Improv. Erb is as good plopping and fizzing as he is at pursuing melodic ideas into tight corners, and he's closely followed by Jim Baker, one of Chicago's undersung and underrecorded heroes, whose ARP 2600 instant musique concrète is as dazzling as his piano playing is subtle, and percussionist Michael Zerang, who provides typically elegant colour and punctuation throughout.



Erb / Baker / Zerang
Terz, Düsseldorf / http://www.terz.org/ – HONKER

Das vom Schweizer Saxofonisten Christoph Erb gegründete Veto-Label präsentiert hier seine erste Exchange-Edition. Im Fokus dieser Kollaborationen steht vor allem der vom Verein Städte-Partnerschaft Luzern-Chicago geförderte Austausch mit Chicago, folgerichtig sind hier mit Pianist und Analog-Synthie-Spezi Jim Baker und Multi-Perkussionist Michael Zerang zwei dortige Musiker an Bord. Die reine mikrotonale Geräuschimprovisation überwiegt hier eindeutig, dies aber in einer Weise, die zuhören lässt: Das Trio klangkleistert nicht alles zu, sondern hat Mut zu Lücke und Nachklang. So kann Raum entstehen, in dem unhierarchisches Zuhören, das nicht durch einen präventiven expressionistischen Klanggestus aggressiv angegangen wird, möglich ist. Die 7 faszinierenden Stücke stehen dem Gestus von konkreter neuer Minimalmusik sowie den Meditationen Cages nahe – lohnenswertes Projekt.



Christoph Erb - Erb alone
JazzFlits (NL) Nr. 172 – Hermann te Loo

‘Erb Alone’ is een van de resultaten van een vier maanden lang durend verblijf van de Zwitserse rietblazer Christoph Erb in Chi- cago, vorig jaar. Naast allerlei samenwerkingsprojecten (met onder meer toetsenspeler Jim Baker en slagwerker Michael Zerang, zoals eind vorig jaar al besproken in JazzFlits) nam hij ook een soloplaat op. Dat is natuurlijk een hachelijke onderne- ming, want de vergelijkingen liggen op de loer: Anthony Brax- ton, Evan Parker, Luc Houtkamp, John Butcher, en Erbs landge- noot Urs Leimgruber zijn maar een paar van de namen die hem voorgingen in het format. In de muziekopvatting die Erb erop na houdt, zijn dit ook de namen die blijven hangen. De Zwitser zoekt het niet in mooie liedjes, alhoewel ‘Gooey Louie’ wel een aardig eind in die richting komt. Hij maakt veelvuldiger gebruik van geavanceerde technieken om zijn tenorsaxofoon en baskla- rinet te laten klinken. Dubbeltonen, kleppengekletter, flutterton- gue, er komt van alles langs. Wat hem vooral onderscheidt van zijn voorgangers, is het gebruik van overdubs. Niet om een heel orkest te laten klinken, maar om extra klanken te kunnen ma- ken. Het is immers best eenzaam, zo in je eentje. In die een- zaamheid weet Erb overigens goed na te denken, want alle tien stukken die in het krappe halve uurtje langskomen, zijn goed opgebouwd en blijven daarom boeien.



Christoph Erb - Erb alone
Improv Sphere – Julien Héraud

Deuxième volet de l'aventure Exchange, Alone est un solo du saxophoniste et clarinettiste suisse Christoph Erb (livré dans une pochette aussi soignée que la précédente sur Veto), qu'on avait déjà pu entendre en trio avec Jim baker et Michael Zerang sur le même label. Erb se livre ici à un exercice aussi difficile que risqué, le solo de saxophone (saxophone ténor et clarinette basse plus précisément). Risqué car le terrain a déjà été exploité sous toutes les coutures possibles, et il devient de plus en plus difficile de trouver sa voie et de faire preuve d'originalité parmi les innombrables solos réalisés depuis une quarantaine d'années.

Alone regroupe dix pièces réparties sur une durée étonnamment courte de seulement 25 minutes. Ce qui me fait croire que cet essai est sans prétention, qu'il s'apparente autant à un hommage qu'à une tentative d'expérimentation. Les dix improvisations soufflées sont variées et ont peu de choses en commun, on trouve aussi bien des pièces composées uniquement de multipistes de slaps, que des mélodies lyriques et mélancoliques, ainsi que des enchevêtrements de textures faites d'harmoniques, de souffles, de slaps et de multiphoniques. Des improvisations parfois abstraites, proches du drone ou d'une forme de pointillisme, mais aussi très concrètes et mélodiques par moment, rythmiques et swingantes, c'est comme si Christoph Erb voyageait à travers tous les univers possibles et déjà formulées par l'exercice du solo de saxophone/clarinette. Hommage à Xavier Charles et Martin Küchen, à John Butcher ou Evan Parker, mais aussi aux fantômes de Sonny Rollins, Joe McPhee et Albert Ayler; Erb évoque et peut faire penser à de nombreuses personnalités. Mais si des fantômes ressurgissent, le saxophoniste suisse a aussi une individualité et une personnalité discernables. Personnalité qui s'affirme dans la forme même des pièces, cette suite de miniatures qui s'apparente à un collage de "clichés", suite qui remet en question les techniques utilisées ainsi que les modes de jeux et les esthétiques en les succédant ainsi les unes aux autres. Erb se distingue aussi de par son timbre même et l'énergie qu'il dégage, un son vraiment chaleureux et coloré, avec des phrases et des lignes pleines de reliefs et de contrastes, en bref, une suite pleine de vie.

Bel essai d'improvisations solo pour le saxophoniste et clarinettiste Christoph Erb qui se distingue ici par un jeu et une approche vivants et didactiques, ainsi que par une sorte de remise en question et d'interrogation sur les précédents essais d'improvisation solo au saxophone. Dix pièces puissantes et intenses, très variées et virtuoses, mais surtout chaleureuses et vivantes.



Christoph Erb - Erb alone
Monsieur Delire's listening diary - François Couture

Le saxophonise Christoph Erb vient de publier un court mais impressionnant disque solo (26 minutes, 10 pièces). Techniques étendues au saxo ténor et à la clarinette basse, des compositions courtes multipistées, avec objets et sources sonores incongrues en prime (des bulles, entre autres). Une vision artistique bien définie, riche et étonnante.

Reedsman Christoph Erb just released a short yet impressive solo record (26 minutes, 10 tracks). Extended techniques on tenor sax and bass clarinet, short multitracked compositions, with extraneous sound sources added (like bubbles, for instance). A well-defined, rich and surprising artistic vision.



ERB / BAKER / ZERANG
JazzReview.com (USA) – Glenn Astarita

Even though this album by Swiss artist Christoph Erb (reeds) and Chicagoans, Jim Baker (synth & piano) and Michael Zerang (percussion) is often centered on avant-garde sound-shaping implementations, their keen use of space looms as an added instrument. Therefore, it's not always what is stated that counts because the trio leaves room for interpretation and as a result, the program isn't clouded with excesses or superfluous content. Indeed, unorthodox and spiked with minimalism, the musicians explore the capabilities of their instruments via this polytonal endeavor that tenders an undulating environment, spawned by buzzing frameworks and laconic tonal swashes.

The electro-acoustic foundation is an amalgamation of gruff timbres, analog electronics and oddball breakouts. It's perhaps a bit more playful in scope and not overly-cerebral, although these two factors align rather effectively during the course of events. "Tauch," is a prime example of the trio's craft, yet each piece offers various perspectives. Here, Erb's sublime and at times haunting bass clarinet lines ride atop Baker's accenting piano phrasings, tinted by Zerang's colorific percussion work instilled with creaky cymbals and liquefying type qualities.

"Tauch" skirts the perimeter of various fronts. Whether the musicians propose a wistful gait or allude to dour circumstances, the invention and vibrancy translates into a buoyant flow, dappled with subtle surprises. Moreover, the artists goad each other during their dialogues amid spurious developments and fragmented subplots.

Not for the casual listener, but the group's musical mutations summon a concentrated interpretation of the material. Hence, the listening experience may be akin to solving a puzzle, where more clues are divulged on subsequent spins.



ERB / BAKER / ZERANG
Skug Journal für Musik – Curt Cuisine

Auslotungen. Das ist wohl die beste Umschreibung für das, was hier passiert. Auslotungen in Sound und Struktur, in Harmonie und Disharmonie. Das klingt entsprechend … sperrig, eruptiv, manchmal brutal, manchmal nervig, selten ruhig und sanft. Es klingt aber immerhin nie unspektakulär, nie halbherzig, nie unüberlegt. Hier haben sich drei einander ergänzende Klangtüftler und Freigeister gefunden, am Tenorsaxophon Christoph Erb, am Synthesizer und Piano Jim Baker und Michael Zerang als Multiperkussionist. Dass man bei diesem Soundgewitter (Schabgeräusche, Kratzen, Quietschen und Drüberblasen sind häufige Soundpartikel) mitunter an zerklüftete Kraterlandschaften denkt, oder an eine Zukunft, in der die Menschen nur noch manisch tanzende Nervengerippe sind, muss man dabei selbstverständlich in Kauf nehmen. Wie sagt man so schön? Ein herausforderndes Hörerlebnis. Aber eben doch: ein Erlebnis.



ERB / BAKER / ZERANG
Vital Weekly Nr. 812 – Dolf Mulder

Veto Records is a small Swiss label specialized in improvised music. It is based in Lucerne, the city where Christopher Erb lives, one of the participants on this release. Zerang and Baker have their base both in Chicago. So we are talking here of a swiss-american meeting. Erb plays tenor sax and bass clarinet. Zerang maybe known to you as a drummer. Jim Baker plays analog synths and piano. They recorded a session of very concentrated and disciplined music in a studio in Chicago. They produce a type of improvised, non-jazz music that we know to come from (somewhere in) Europe. Yes, it may be correct to say that this kind of improvisation had its roots in Europe. Nowadays however this kind of improvisation gives no longer a clue of its geographical origin. Globalization has had its effect. The three players give way to some very nice and inspired improvisations, it is only a bit of humor and irony that I miss. A bit too serious. But a lot of intense and fine interplay is to be enjoyedhere. With Baker providing out the time but totally on its place analogue sounds from some old synthesizer. I was immediately into it from the very first moment and stayed so. A very captivating and communicative work.



ERB / BAKER / ZERANG
THE WATCHFUL EAR – The gathered thoughts of Richard Pinnel

Tonight a CD by three names I only really know from a distance, the Chicago trio of Christoph Erb, (tenor sax and bass clarinet) Jim Baker (Analogue synth and piano) and Michael Zerang (multiple percussion). The release is part of a series of discs capturing improvise music in Chicago released on the Swiss Veto label for some reason. This untitled album is the first of two I have received here, the other being as solo by Erb. Each of them tend to stretch my attention a little as they veer between a kind of grittily talkative free improv and more jazz based forms. The trio disc is my favourite of the two, so I will focus on that one here.

Across the seven tracks here there is a healthy array of musical dynamics. Much of the album is music is quite busy and talkative, leaving little room for silence, but on some tracks, like the carefully paced, thoughtful Fesch it all slows down and we are presented with a quite different concern. While my personal tastes lean towards a more spacious arrangement and a slower pace, it is not uncommon for me to enjoy music that doesn't fall into these categories if it retains a sense of vibrancy and, crucially a sense of clear structure rather than merely an adrenalin fuelled free for all. For the most part this trio manage to do this throughout the album, and in the case of one or two of the pieces they really do hot the spot. In places they also lean towards a more jazzy, nearly melodic shape, such as on the second piece, the awkwardly named Opisthoproctidae, where Baker leaves his synth, maybe the most interesting element of the album to sprinkle piano figures about over Zerang's scratchy percussion. These areas of the album grab me less, simply because they feel less energised with tension, and, quite frankly, are just less to my taste.

This is a mixed bag then. It frustrated me somewhat listening, simply because when it did hit the spot for me it showed great promise, some very subtle interchanges of sound between the trio and a nice feeling for the pieces as a whole, their development from opening to ending. I found myself listening very carefully to the opening seconds of each track, wondering which way they might go, chatty exuberance or restrained discussion. Overall the album swung a little too near the former for me to really want to play it again any time soon, but in places, and in particular on Fesch I enjoyed it quite a bit. Still, certainly a release that will have its market, and very nicely packaged in a lovingly screen printed card slipcase.



Christoph Erb - Erb alone
Bad Alchemy – Rigobert Dittmann

Der Züricher, Jahrgang 1973, der in Luzern seine Veto-Pflichten gegen den Stand der Dinge erfüllt, verarbeitet hier nicht zuletzt seine in Chicago gemachten Erfahrungen. Ich verweise da auf die Session Erb/Baker/Zerang (BA 71). Was er hier allein auf Tenorsax & Bassklarinette zum Besten gibt, ist von Purismus himmelweit entfernt. Er nutzt weidlich die Möglichkeiten des Overdubbings und spielt sogar auch konkrete Geräusche zu. Gleich zu Beginn, wenn er 'Soup' schlabbert, plätschert da Einiges über den Tellerrand. Erb scheint sowieso jemand zu sein, der zu 'Tellerrand' 'über' & 'hinaus' assoziiert. Gurrend, knarrend, sirrend gießt er seine Gießkanne bis auf die letzten Tropfen aus. Er blubbert, schnaubt und elefantet gestaltwandlerisch durch den Busch. Oder mundmalt mit dem Tenorsax Zacken- und Schnorkellinien für Fortgeschrittene (der einzige Track, bei dem der Könner mit ihm durchgeht). Ansonsten steht das Spielerische im Vordergrund, mal in 'Gooey Louie'-Laune in einem Escher-Raum, in dem unten zugleich oben ist, mal rasend schnell ploppend als 'Räuber'-Bande. 'Horny Goats' kirrt und meckert wie am Spieß, wobei - Ziegen? 'Dear old reeds' mixt hechelnde Laute mit ratschenden, klapprige mit kullerigen und stellt dabei alles Mögliche vors innere Auge, nur kein Saxophon. 'Kirch' lässt es zuletzt nocheinmal und wiederum ganz unsaxophonistisch Klöppeln und Tocken, irgendwie kreiselnd, eher holzig als metallisch. Voilà, 26 Minuten Erb allein, Kostproben eines Guides über den Tellerrand. [BA 72 rbd]



Erb / Baker / Zerang
Jazzman Magazine, Paris – François Marinot

S'il est souvent de mauvaise foi d'accuser le jazz conventionnel de s'enfermer dans ses clichés, tant il est vrai que le cliché, comme le standard, est au coeur même de son objet (et après tout, ne voit-on pas de fervents militants du radicalisme en musique se passionner sans se lasser pour les immunables clichés du rugby ou de la corida). Dans le domaine de la free music dont l'objet est la dénonciation du cliché, l'arrivée de boîtes entières de musique plus ou moins bruitistes, plus ou moines hirsutes, nous laisse souvent pantois, tant les tics stimultant leur nature convulsive peine à nous les faire les distinguer les unes des autres. Et l'on est d'autant plus ravi lorsqu'un disque sort du lot comme celui-ci. Erb, c'est le saxophoniste suisse Chirstoph Erb. Baker et Zerang, ce sont deux figures de l'avant-garde de Chicago: le percussionniste Michael Zerang et le pianiste et joueur de synthétiseur analogique Jim Baker. Sept pièces de longueurs moyennes (entre quatre et neuf minutes) s'imposent à notre attention et à nos sens par leurs caractères bien distincts, d'un bruitisme minimal et nerveusement pointillé à la lisibilité d'élans mélodiques à la Cecil Taylor, en passant par une sorte de balade sonique. Elles ont en commun de reposer sur une formidable écoute mutuelle, sur une prodigieuse palette timbrale, sur une maîtrise instrumentale fascinante jusque dans les détournements sonore les plus imprévus, sur l'extrême fludidité de textures de phrasés et de discours toujours cohérents mais réinventant leur cohérence de pièce en Pièce. Capivant et jouissif !



"Erb alone" in Chicago
Neue Luzerner Zeitung – Pirmin Bossart

Gurgelmeister, Raspelräuber, Shitkicker: Christoph Erb produziert Klänge und Sound-Dramaturgien in ungefilterter Schönheit. Die Schönheit hat Abgründe, Kanten, Schroffheiten und Schründe. Furchtlos geht Erb durch das Röhr-Dickicht, kämpft mit dem Klappenmonster, schwebt auf den Atemsonden. Er stösst auch mal in Terrain vor, wo bisher nur Aliens waren. Aber nichts Ausserirdisches ist an diesem Album. Es ist das Statement eines ganz irdischen Musikers, der mit seinen Instrumenten auf den Grund geht, Sound auskostet, bis in die Geräuschdepots menschlicher Vorstellungen vordringt, aber dennoch Groove und Biss hat. So macht Erb Platz für das, was kommt, erweitert und befreit sich.

"Erb Alone" ist die Momentaufnahme eines Prozesses und ein Ablegen dessen, was an neuen Techniken und Klängen in den Wochen während eines viermonatigen Atelier-Aufenthalts im Rahmen der Städtepartnerschaft Chicago-Luzern zuvor entstanden war. Es sind urtümliche Klangkonglomerate, oft mit Overdubs angereichert. Heftige Interventionen entern die Aufmerksamkeit, ein kleines Perkussionsorchester läutet zur "Kirch", handkehrum bläst da einer auch wieder wunderbar Saxophon, wie unbelauscht auf einer Wiese vor sich hin pfeifend.

Die aktuellen Alben machen deutlich, wie konsequent er sich der Improvisation und Klangforschung widmet, das Handwerk auslotet, fremde Sound-Territorien erkundet. Folgen wir ihm, es macht Freude und hält verdammt wach!



"Erb alone" in Chicago
By Pirmin Bossart

Shreddingthief, shitkicker, master of burble: Christoph Erb produces noises and sound processes in unfiltered beauty. A beauty with edges, asperity and abysses. Fearlessly, Erb carves his way through the pipethicket, fights with the keymonster, floats on the breathtube. He may reach regions where only aliens existed. But his album is not extraterrestrial. It's more the statement of an all through earthly musician who gets to the bottom with his instruments, who cherishes sounds and who reaches somehow the hidden noise-depot in our mind while staying groovy and edgy. That's Erbs way of clearing space, of expanding and liberating for the coming.

"Erb Alone" is the result of a process, the file of techniques and sounds he created during a four month stay in Chicago, a grant due to the city-partnership of Chicago and Lucerne. One could describe Erb's music as an unspoiled sound-conglomerate, often accumulated with overdubs. Heavy interventions board our attention, a small percussion group is ringing the bell, while there's a wonderful saxophon playing like a whistler somewhere out in the green.

His latest albums show how Erb is consistently working on improvisation and sound research and how he is sounding out his craft by exploring new sonorities. Go along, it's great fun and keeps you freaking awake!



Erb / Baker / Zerang
JazzFlits (NL) Nr. 169 – Hermann te Loo

Improvisatie in de 21ste-eeuw is toch anders dan in de 20ste. Dat is een van de conclusies bij het beluisteren van de cd 'Chicago Recordings'. Hoewel percussionist Michael Zerang deel uitmaakt van het Chicago Tentet van saxmonster Peter Brötzmann, horen we hier geen power-freejazz. Maar de terughoudendheid en precisie van dit ad hoc-trio kenmerkt zich ook niet door de ab- stractie van bijvoorbeeld Derek Bailey of John Butcher. De stuk- ken op 'Chicago Recordings' zijn zeer afwisselend, en variëren van de oersoep van stukken als 'Silur' en 'Devon' (niet toevallig de namen van geologische tijdperken) tot de bijna-melodieën die de Zwitserse rietblazer Christoph Erb op basklarinet neerzet in 'Fesch'. Vooral de analoge synthesizerklanken van Jim Baker maken de klankwereld van dit trio uniek. Maar ook de bedacht- zaamheid van het drietal verdient lof. Als Baker zich aan de piano zet, speelt hij de boel nooit vol, maar laat ruimte aan zijn medespelers, een kwaliteit die de andere twee ook bezitten. Dat doet uitkijken naar de andere opnamen die Erb voor zijn eigen Veto Records in de Windy City maakte.



Erb / Baker / Zerang
Le son de Grisli – par Guillaume Belhomme

Improvisatie in de 21ste-eeuw is toch anders dan in de 20ste. Dat is een van de conclusies bij het beluisteren van Sur cet échange qui date du 11 juin 2011, Michael Zerang improvise en compagnie de Jim Baker (synthétiseur analogique, piano) et Christoph Erb (instruments à vent). Si Zerang est celui des trois qui fait le plus œuvre d'inventions et si Erb sait se montrer surprenant aussi bien au saxophone ténor qu'à la clarinette basse, ne leur reste plus qu'a espérer que Baker parvienne lui aussi à convaincre. Fantasque au synthétiseur mais souvent démonstratif, pâtissant d'une inspiration aléatoire au piano, il peut tout de même, de temps à autre, rendre la rencontre irréprochable.



Erb / Baker / Zerang
His Voice – by Z. K. Slabý

Pojem improvizace není zdaleka jednozna?ný. Pokoušíme-li se o pr?se?íky p?ístup? k volnému improvizování, shledáváme, že jiný je styl anglický (nejvýrazn?ji zachycený na Emanemu nebo psi records), n?mecký (s rozlišením na oba minulostní samostatné státy) nebo turecký (jak ho slýcháme na re:konstruKt records). Ve Švýcarsku zatím nejtypi?t?jší sm??ování neznám, je to oblast zna?n? rozmanitá, ale možná, že východiskem m?že být do ur?ité míry veto-records (zatím s otazníkem).

Album Erb / Baker / Zerang, nahrané v chicagském Kingsize Studiu v ?ervnu 2011, není ovšem typické; po boku švýcarského tenorsaxofonisty a basklarinetisty Christopha Erba (vedoucího soubor? erb_gut, Veto, BigVeto a Lila) se totiž nahrávání zú?astnili dva muzikanti p?ímo z Chicaga: Jim Baker (?len Extraordinary Popular Delusions, který hrál s kdekým od Kena Vandermarka po Freda Lonberga-Holma) u analogového syntezátoru a klavíru a Michael Zerang (který má na svém kont? více jak osmdesátititulovou diskografii a jehož jméno je spojeno jak s improvizací, tak s free jazzem, sou?asnou komorní hudbou a experimentálním divadlem) se škálou perkusí. A tato p?íležitost zavdala p?í?inu, aby Erb, rezident z Lucerne, nejvýrazn?jší tvá? veto-records, podnítil založení speciální ?ady tohoto labelu, p?ízna?n? pojmenované Exchange. Kdybych m?l volit pojmenování desky, nabízel by se mi titul Od Siluru k Devonu, což jsou zahajující a záv?re?ná komprovizace. Tedy t?etí a ?tvrtý útvar prvohor (v tomto po?adí), rámcující vnit?ní sm??ování od Opisthoproctidae k Ogcocephalu.

Pokusnictví, kterému se zmín?ná trojice oddává, má svým zn?ním k jakýmsi pradávným prom?nám dost blízko. Hned v úvodu slyšíme vedle vyluzování hlukových trs? i trojí šramocení, morzeovkové špílcování, atmosféra se prom??uje od hvízdon?ní, pilování, škvr?ení, chrutí ?i poklepávání (nikoli po ramenou) až k polouzamknuté brutalit?, do rozvi?ované jednotvárnosti jsou pumpovány zvukové st?iky, zatloukání vyst?ídá nerozvi(nu)té harašení. Nicmén? nejde pouze o nahodilé polob?sn?ní (ta polo nepoužívám náhodn?, naprostého výbuchu jako by se hudebníci obávali, proto ta ur?itá zdrženlivost), všichni t?i na sebe pr?b?žn? reagují a dodržují nastolenou pospolitost.

Hned ve druhém ?ísle p?ebírá klavír jakoustakous melodi?nost a p?inutí reagovat i ostatní nástroje, které se tak p?iznávají ke svému obvyklejšímu zn?ní. A mezi t?mito odlišnými p?ístupy oscilují i ostatní exkurze: tu jsou jemn?jší, k?eh?í, zamlklejší, cítíme v nich mini-ekvilibristiku, prezentovanou s ostychem, jednotlivé tóny, vyvolávané mezi pauzami, tu p?ejdou do jednolit?jšího pohvizdování (Fesch), tu jsou zahlouban?jší a semknut?jší, což souvisí s výrazn?jší a d?razn?jší souhrou (Tauch), tu jde o hra?i?ká?ský, cinkající a sk?ípající impro-minimalismus, zadrhávající, nicmén? dychtivý (Sakana = japonská rybí chu?ovka), tu zase o rozkurážený, úto?ný, oponující, avšak pon?kud usk?inutý vrzající vehikl, vplouvající do záv?re?ného výbojného, vzdorovitého, vemlouvavého vr?ivého rytmu, ústícího v perpetuáln?jší rovin? a v zahoukání sirény lodi p?ed odplutím. Kam? Asi do p?íštího alba ?ady Exchange, které má být Erbovi v?nováno sólov?.

Rozmanitost tedy z?stává i tady. N?co tu provokuje, n?co ruší, n?co vzlíná a nutí k pozornosti. Každopádn? poslech tohoto alba nepokládám za nadarmo utracený ?as.



Erb / Baker / Zerang
Freistil (A) Magazin für Musik und Umgebung

Lust auf eine Zeitreise? Dann ist die neueste veto-records-Studiosession genau das Richtige. Vorausgesetzt, man erwartet keine gemütliche Reise ins New Orleans der 20er Jahre, sondern ein galaktisches Wurmloch, das 444 Millionen Jahre in die Vergangenheit führt. Geradewegs ins Erdzeitalter Silur – oder in die Soundlandschaft des gleichnamigen Openers, der mit seinen punktuell gesetzten Geräuschen einem kargen Wüstenpanorama gleicht. Ganze drei Minuten dauert es bis zur ersten Oase, in der Christoph Erb endlich einige Pflanzen sprießen lässt: Behutsam verwandelt er die Geräusche seiner Bassklarinette in Töne und setzt sich damit – zumindest für kurze Zeit – gegen Jim Baker (Synthesizer und Piano) und Michael Zerang (Perkussion) durch. Im folgenden Track "Opisthoproctidae" taucht das Trio in die Tiefen des Meeres ab, wo die Fauna langsam zum Leben erwacht. Das Spiel wird melodischer, Baker fängt am Piano jazzige Phrasen und Harmonien ein, um sie wenig später wieder aus den Augen zu verlieren. Behutsam beginnt das Saxofon zu antworten. Langsam entspinnt sich ein intensiver Dialog, der von Zerangs abstraktem Geräuscheteppich kontrastiert wird und am Höhepunkt abrupt verstummt. Auch die übrigen Stücke des Albums spielen mit der Erwartungshaltung des Hörers und loten sowohl die Stille als auch die klanglichen Möglichkeiten der Instrumente aus. Den vorläufigen Schlusspunkt bildet "Devon": Das nächste Erdzeitalter hat begonnen, die fragmentarische Struktur des Openers hat sich zu einer schroffen Klangfläche geschlossen. Ein anstrengender, aber lohnender Prozess. Auch für den Hörer. (eder)



Erb / Baker / Zerang
Bad Alchemy – Rigobert Dittmann

'Tauch' ist so etwas wie der Richtungspfeil dieser sich der Städtepartnerschaft Luzern-Chicago verdankenden Begegnung. Hinab ins paläozische 'Silur' und 'Devon', hinab zu Gespensterfischen und Seefledermäusen. Auch 'Sakana', die fischigen Snacks, die Japaner zu Sake knabbern, sind eine Meeresfrucht. Der Tenorsaxophonist & Bassklarinettist Christoph Erb, der seine Schafe in erb_gut, in Lila und in Veto hütet, jeweils mit Julian Sartorius an den Drums, ist als Schweizer an sich den erdgeschichtlichen Verwerfungen näher als dem Meer. Jim Baker, der Piano & Analogsynthesizer spielt, ist eine Konstante in Ken Vandermarks Territory Bands, während für den Aktionsradius des Drummers Michael Zerang allenfalls 'global' halbwegs ausreicht. Mit verstopftem Tenorsax, Synthiegezwirbel und perkusiven Geräuschen verkörpern die Drei zuerst gedämpfte erdplasmische und vulkanische Kräfte. Die Instrumente kommen nur von ihrer bruitistischen Seite her in Gebrauch. Erst für 'Opisthoproctidae' lässt Baker die Finger spielerisch über die Pianokeys schwänzeln, auch Erb nuckelt jetzt melodiös, während Zerang weiterhin mit Blechdeckeln schabt. Die Extreme berühren sich nicht boß, sie verschmelzen, als wären sprudelnder Spielfluss und geräuschhafte Spielerei, im richtigen Licht besehen, ein und dasselbe. 'Fesch' ist ein Beinahenichts aus vorsichtigen Tupfern, blubbernd, pfeifend, tockend, klimpernd ist schon zuviel gesagt. Auch bei 'Tauch' zeigt das Trio tiefgründig geräuschhafte Zähnchen und kann sich gurrend, mit weiterhin wenig mehr als Zweifingerpiano und Zerangschen Schabgeräuschen von glatten und rauen Kanten kaum aus seiner verträumten Lethargie aufraffen. Für 'Sakana' pingt, glöckelt und nadelt Zerang eine Zenstimmung, Baker quallt mit dem Synthie. Erb pfeift und schrillt schon hier nicht wirklich seelenbefriedet, um dann bei 'Ogcecephalus' erst recht bassklarinettistisch zu rumoren, während seine Partner gründelnd den Seeboden aufschürfen. 'Devon' schließt den Bogen bruitistisch, mit Synthiegeblubber und -geflöte, schroffem, fauchendem und stoßendem Quäken, Röhren und Schrillen und ominösem Hantieren von Zerang, und lagert sich gebündelt in einem Halteton ab. O pistho proc? Ti dae! [BA 71 rbd]



Erb / Baker / Zerang
Improv Sphere – Julien Héraud

Exchange est une nouvelle sous-partie du label suisse Veto Records, et leur première publication réunit à Chicago le suisse Christoph Erb (clarinette basse et saxophone ténor) pour une résidence aux côtés de deux musiciens chicagoans, Jim Baker au piano et au synthétiseur analogique, et Michael Zerang aux percussions. Une belle rencontre placée sous les étoiles de l'improvisation libre européenne, d'un free jazz américain récemment épuré et d'un esprit aventureux sans complexe. L'univers de ce trio est innovant sans l'être en fait, si Baker fait parfois penser à Thomas Lehn dans ses moments les plus extravertis ou à Cecil Taylor pour ses mouvements dynamiques, le phrasé du saxophoniste suisse n'est pas sans rappeler non plus l'autre géant new-yorkais, Ellery Eskelin. En définitive, seul le percussionniste adopte un jeu véritablement hors norme fait d'instruments multiples qui s'enchainent les uns après les autres sans qu'on ait le temps de les reconnaitre, une succession de timbres qui colle au dynamiques du piano, ou qui génère peut-être les différentes dynamiques de ce trio. Ceci-dit, c'est dans les différentes énergies, les multiples ambiances, et grâce à la facilité déconcertante que chacun a de se mouvoir à l'intérieur de ses terrains interactifs que cet album est surprenant. Le dialogue navigue entre un primitivisme sauvage, une attention sereine à l'espace, au silence et à l'interaction, une construction mélodique savante et une recherche dynamique et sonore singulière. Le trio plonge parfois dans un de ces paramètres, ou n'en choisit qu'un seul qui devient dès lors exacerbé et véritablement puissant, ou touchant, c'est selon...

Un univers assez singulier qui, à ses meilleurs moments, nous plonge dans des terrains sauvages et primitifs extrêmement intenses et puissants; ou qui fait jouer une interaction toujours sensible et attentive mais pas forcément passionnante.En tout cas, chaque moment où l'intensité atteint des paroxysmes souvent impressionnants et vertigineux vaut largement le coup d'oreille. Un trio qui ne sort pas complètement des sentiers battus tout en les interprétant de manière personnelle et inégale, mais qui sait néanmoins créer des tensions puissantes et des timbres particuliers, aussi particuliers que les ambiances sauvages les plus réussies de cet album.



Flo Stoffner "...and Sorry"
Bad Alchemy – Rigobert Dittmann

Auf den Namen FLO STOFFNER stoße ich beim Blättern in der Festschrift 10 JAHRE unerhört gleich mehrfach - in Manuel Mengis Gruppe 6 und in Stoffner-Schütz-Lovens. Mit seinem Solo "...and sorry" (veto-rc. 011) lässt es der Züri­cher Gitarrist krachen, wie man es von einem Schweizer Gitarrero seit anno Wittwer nicht mehr gehört hat. Natürlich ist er kein Rock- oder Metalwichser. Und erst recht kein Jazzfummler. Aber ihn interessiert der Sound der Gitarre als Gitarre, nicht als Kratzbürste oder Antigitarre. Er lässt daher die altbekannen Riffs, schwelgt aber im Faszinosum des Klangs der verstärkten Strings. Ge­schwindigkeit interessiert ihn nicht. Er steigt und springt mit Bedacht auf der Tonleiter umeinander ('... and sorry'). Er öffnet die Tür zu spotzender, knarzen­der und dröhnender Verzerrung, schließt sie aber gleich wieder ('Wrong Door'). Zuletzt deutet er seine lyrische Ader an ('Oh my God, it's so marvelous'). Aber zuvor legt er mit verzerrten Schlägen ein ausgehaltenes und aufheulendes Vibrato über einen schwingenden Drone ('Thank You for the Axe'). Kein Wun­der, dass er eines seiner Projekte Electric Torture getauft hat. Bei 'Tingle' kommt er mit metalloidem Geflatter den Tableguitarspielereien am nächsten, wobei er bluesige Töne drüber legt. Bei 'Lurch' spielt Stoffner eine lyrische Träumerei über eine dröhnende Grundierung. Bei 'P.H.S.' zwingt er dem Sound entschlossen und hart eine Struktur auf. Gefolgt vom weichen, dunklen Wabern und Dröhnen von 'Low Punch', in das plötzlich Blitzschläge donnern und grol­lend und wummernd den Boden aufwühlen. Das mit fast 8 Min. längste und entwickeltste Stück 'Straight Lost' operiert mit Delay, rauen Knurrtönen und aufheulendem Sirenensound à la Hendrix. Ein Prachtstück, das in zarten Rückwärtseffekten ausläuft, und alles Folgende ins rechte Licht rückt. [BA 71 rbd]



Flo Stoffner "...and Sorry"
Monsieur Delire's listening diary, François Couture

Un disque de guitare solo qui s'avère court (32 minutes) mais riche en idées fortes. Techniques étendues, combinaison d'approches texturales et pseudo-mélodiques (très torturées, les mélodies). ...and sorry évoque le travail de Fred Frith, de René Lussier et de Jean-François Pauvros. Écoute stimulante.

This solo guitar CD turns out to be short (32 minutes) but generous in powerful ideas. Extended techniques, a combination of textural and pseudo-melodic approaches (melodies are twisted out of true). ...and sorry is reminiscent of the guitar art of Fred Frith, René Lussier, and Jean-François Pauvros. A stimulating listen. http://blog.monsieurdelire.com



Flo Stoffner "...and Sorry"
Vital Weekly by Rafa Segura

This is the debut album of one Flo Stoffner, of whom I never heard. He was born in Zurich, but lives in Hamburg. One could know from his groups Stoffner/Mengis/Schramm, Manuel Mengis Gruppe 6, Lila, Flo Stoffner's electric torture, Palkomuski, Kramer/Stoffner/Lavretto, Humair Quartett, Anna and Stofner, or his improvisations with Joe Lovano, Ellerly Eskelin, Michael Brecker, Dewey Redman, Erik Truffaz, Mathieu Michel, Chris Potter, Nils Petter-Molvaer, Michael Gassmann, Christoph Erb, Johannes Enders, Harald Haerter, Arthur Blythe, Hilaria Kramer, Flo Gotte, Daniel Humair, Paul Lovens, Martin Schutz and Joy Frempong – yes, I copied all the names from press release, simply because I vaguely recognized just one (Paul Lovens), which made me think there is probably a whole of music I have never heard of. Stoffner plays the guitar, solo here from an improvising point of view. It starts out with the longest and most noisy piece of the CD, which didn't do much for me and made no promise for the rest, I thought. But I must admit I was wrong. Noise returns in 'Low Punch' and is still not his strong point. When Stoffner uses the guitar and objects to create sounds, things are much more interesting. Carefully constructing abstract patterns, such as in 'Tingle' and 'Lurch', or almost blues like in the title piece. His music works best when he keeps matters concise and to the point – the shorter pieces here. Maybe he should have chopped down the two noise pieces and added a few more introspective pieces. Throughout quite a varied CD showcasing the various talents this man has. (FdW)



Flo Stoffner "...and Sorry"
Improv Sphere – Julien Héraud

Flo Stoffner (Florian de son vrai nom) est un guitariste suisse dont je n'avais jamais entendu parler auparavant même s'il a déjà publié quelques disques, dont un chez Hathut en 2009. Ce jeune musicien propose donc ici son premier disque solo, sur un autre label suisse (moins connu que hathut certes), Veto records.

... And Sorry rassemble neuf pièces de guitare électrique, neuf pièces assez courtes qui durent en tout et pour tout 32 minutes. Stoffner explore tout au long de ces pièces partiellement improvisées des textures produites par des effets aux pédales ou dus aux modes de jeux. Longs drones, tremolos exagérés, sons saturés, mélodies méditatives, textures harsh se succèdent les uns après les autres et différents paysages surgissent ainsi pour former comme une suite de tableaux mentaux, peintures oniriques et intimistes d'un jeune guitariste un peu torturé. Quelques influences noise-rock dans certaines phrases et timbres utilisées, mais ressortent également des influences de la musique improvisée libre notamment dans l'utilisation d'une guitare préparée aux sonorités froides et métalliques. Les paysages sont stables durant chaque pièce mais varient ostensiblement d'un morceau à l'autre: ambiances industrielle, aliénée, contemplative, mélodique, expérimentale; chaque tableau sonore possède ses propres caractéristiques et produit un univers singulier, non pas extérieur à toute influence, mais marqué par des musiques que Stoffner a su assimiler et intégrer à un univers personnel. Car la musique du guitariste suisse est vraiment originale, même si les ambiances musicales ne sont pas sans évoquer des antécédents, leur manipulation est cependant personnelle, car la structure et l'évolution des pièces semblent spontanées et surgir directement des états d'âme de Stoffner, elles ne proviennent pas de codes et de programmes musicaux précis. Une utilisation émotionnelle et organique de codes musicaux déjà-connus.

Neuf pièces variées et personnelles, mais aussi torturées et sensibles, souvent froides et sombres; et qui, la plupart du temps, ne manquent ni de puissance ni d'intensité. Original, intime, simple (Stoffner ne fait pas étalage de virtuosité technique ou compositionnelle), ... And Sorry est un album marqué par une grande sensibilité, une modestie profonde, mais également par un grand respect envers les musiques qu'il s'approprie (que ce soit la noise, le post-rock, le métal ou la musique improvisée).



Lila "Tol's toy"
Terz, Düsseldorf / http://www.terz.org/ – HONKER

Dieses Ding ist schon älter, aber dafür noch mal so gut. Mit Christoph Erb (saxes), HP Pfammater (Tasten), Flo Stoffner (Git) und Julian Sartorius (Drums) sind vier der derzeit besten jungen Schweizer Freispieler hier auf einem Haufen versammelt. Mit Erb als Mastermind kommt die enorm vital und frisch aufspielende Combo bereits auf Konserve so überzeugend rüber, dass man wünscht, sie endlich einmal live zu sehen (was bei der Versprengtheit ihrer Mitglieder nicht so einfach ist). Drive und Rhythmus, gar Groove sowie fordernde Klangszenarien und Freeform-Rock-Tunnel weisen hier das Licht durch die Nacht. Auch atmosphärische Late-Nite-Groover haben sie im Gepäck – großes Ding indeed! Lila bedeutet ‚Spiel’ in Sanskrit, Werden und Vergehen, Zerstörung und Wiederaufbau. Und wie heißt’s doch so schön: Destruction is not negative – you must destroy to build up.
Word! Shoot it to the Moon!



Lila "Tol's toy"
Eclipsed Magazin (D) - WK

Lila ist die Band um Saxofonist Christoph Erb und Keyboarder Hans-Peter Pfammatter. Die beiden Schweizer verschreiben sich einer elektronisierten Form des Free Jazz die vielleicht gewisse Vorläufer im M-Base-Sound hat, genau genommen aber ohne Beispiel ist. Im Zentrum der kollektiven Musik steht die freie Improvisation, die sich immer wieder verknotet und zu komponierten Motiven verdichtet. Die Art und Weise, wie komponierte und improvisierte Stilmittel sich gegenseitig bedingen und ineinander übergehen, ohne dass bewusst Demarkationslinien überschritten werden, ruft oft interessante Reibung hervor. Gerade in den längeren Stücken werden die Spannungsbögen aber nicht konsequent durchgehalten und verlieren sich in kleinteiliger Beliebigkeit. Immer dann, wenn die vier Musiker nicht der Versuchung erliegen, sich zu sehr am eigenen Klang zu laben, sondern sich gegenseitig in die Parade fahren und so die gemeinsame Energie zu gigantischen Türmen aufwerfen, gelingt ihnen eine elektrisierende und knisternde Musik. Toptrack: ArroGans.



Lila "Tol's toy"
Citizien-Jazz.com (Fr)

Dirigé par le saxophoniste Christoph Erb, le label suisse alémanique Veto Records s'inscrit dans un ton très contemporain et ouvre ses portes aux musiques lorgnant autant du côté du métal que des abstractions électroniques. C'est au ténor et à la clarinette basse qu'on retrouve Erb à la tête du quartet Lila pour un disque à la noirceur contemplative et très touffue. Tol's Toy évoque largement l'univers de Terje Rypdal ou, plus proche de nous, celui du groupe Q, notamment par sa faculté de donner du relief à une matière au premier abord inextricable - bien que révélant à terme une musique complexe et très ouvragée, taillée dans une masse imposante.

Autour de morceaux très courts à l'univers inquiétant (« nohpolyX »), prises de respiration avant de replonger dans des abîmes d'électricité, Tol's Toy comporte des morceaux plus longs, très écrits, étagés en strates chaotiques et souvent antagonistes qui s'accouplent pour alourdir encore le flot sonore. Ainsi, « Photo-Apperat-Graph », sans doute le morceau le plus intéressant de l'album, débute dans les stridences heurtées du ténor qui s'incrémentent au métal de la batterie de Julian Sartorius avec une apparente et très fugace fragilité. Au fil des mesures s'instille, d'acidités électroniques en nappes profondes, le jeu de clavier très structurant de Hans-Peter Pfammatter. L'implication de ce dernier, allié aux épaisses textures de Flo Stoffner, détermine largement le son de Lila. Ce guitariste déjà remarqué dans le Gruppe 6 de Manuel Mengis, donne toute son ampleur à cette musique par son jeu virulent et sinueux qui griffe avec fracas le maelström. Parfois la structure s'éparpille en éruptions rapides laissant échapper une rythmique funk venue de nulle part, ou un orage d'électronique qui se noie à nouveau dans une masse incandescente. On retrouve avec « Buxus Harlandii », au centre de l'album, une construction similaire, outre de longues plages monochromes écorchées d'électricité qui pénètrent un peu plus dans le jeu de basse tonitruant de Pfammatter.

Malgré quelques répétitions, Tol's Toy étonne par sa puissance et sa capacité à trouver une profondeur abyssale à la noirceur qui l'accompagne. On pourra se sentir heurté par une agressivité un peu saillante, mais l'univers de Lila a le mérite d'assumer jusqu'au bout un propos solide et parfois oppressant.



Lila "Tol's toy"
Skug (A) – Journal für Musik - Curt Cuisine

Diese Schweizer! Immer wieder für eine Überraschung gut. Lila besteht aus den vier Herren Christoph Erb, Hans-Peter Pfammatter, Flo Stoffner und Julian Sartorius, die sich die Funktionen Saxophon, Electronics, Gitarre und Drums wohlfeil aufgeteilt haben. Das ist gut und richtig, denn wir haben es mit einer ungehemmt zwischen Jazz und Rock oszillierenden Besetzung zu tun, die insbesondere stark in Richtung Elektronik schielt. Das musikalische Ergebnis wurde bereits an anderer Stelle als weitgehend »klischeefrei« beschrieben. Das trifft es nicht ganz, aber doch recht gut, denn natürlich schleichen sich Jazz- und Rockphrasen immer wieder ein, aber die Selbstverständlichkeit, mit der hier die Stilhemden gewechselt werden und die Elektronik immer wieder konstruktiv dazwischen funkt, dabei das Spektrum zugleich erweitert und reduziert, ist äußerst erfreulich mit anzuhören. »Tol's Toy« ist streckenweise ganz nah dran an einer längst fälligen »OK Computer« der improvisierten Musik, das könnte also noch sehr spannend werden mit diesen Schweizern. Den Track »Ulla« darf man als zwar untypischen, aber hübsch verspielt-groovigen Reinhörtipp wärmstens empfehlen.



Lila "Tol's toy"
Jazznytt Oslo – Arild Ronsen

Er det noe som heter fri jazzrock? Jeg finner ikke noen bedre sjanger a plassere Lila i. De tradisjonelle melodiforende instrumentene forholder seg sjelden eller aldri til bestemte harmonier, mens trommis Julian Sartorius er flink til a drive fram rockebeat. Nar han onsker det vel a merke – og det er ikke sa alt for ofte. Alle de atte kompsisjonene starter med slags innovd melodi, i det minste et riff. Derfra o gut tror jeg det meste skjer pa gefühlen. Sa lenge man ikke ser dette bandet pa scenen, er det tidvis vanskelig a hore hvem som gjor hva. Det er selvfolgelig enkelt a bestemme hva saksofonisten Christoph Erb og trommeslageren gjor. Men hva som stammer fra gitarist Flo Stoffner og hva elektronikksjefen Hans-Peter Pfammatter ma stilles til ansvar for, er ikke alltid like enkelt a avgjore. Kanskje ikke sa farlig, heller. Det avgjorende er at Lila later fett. Musiken synes hele tida a bevege seg i planlagt retning, hvor uforutsigbart den enn presenteres. Og langt fra alt gar sa til de grader i lengderetning som "Ulla", som rett og slett er en tre minutter lang marsj! Et stykke unna "Her kommer Guttemusikken", men likevel – helt klart i musikalsk familie. Eksperimentelt – og vellykka.

((Google translation zu Jazznytt Oslo: Gibt es so etwas wie eine Free-Jazz-Rock? Ich kann nicht finden, eine bessere Genre einen Platz Lila in. Die traditionellen melodiforende Instrumente beziehen sich selten oder nie bestimmte Harmonien, während Drummer Julian Sartorius gut einen Schub nach vorn Felsen schlagen sind. Wenn er es will nur eine Marke - und es ist nur allzu oft gesagt. Alle zulässigen kompsisjonene beginnt mit Art der gespeicherten Melodie, wenigstens ein Riff. Von dort, o boy, ich glaube, es geschieht auf gefühlen. Sa, solange du nicht siehst diese Band auf der Bühne, ist es manchmal eine Hure, wer was schwierig ist. Es ist natürlich leicht zu entscheiden, was ein Saxophonist Christoph Erb und Schlagzeuger tut. Aber was kommt von Gitarrist Flo Stoffner und was Elektronik-Chef Hans-Peter Pfammatter Mo verantwortlich für, ist nicht immer so einfach, zu entscheiden. Vielleicht nicht so gefährlich, auch nicht. Entscheidend ist, dass Lila Fett scheint. Musician denke die ganze Zeit ein Schritt in die geplante Richtung, in die unberechenbarer als die Gegenwart. Und bei weitem nicht alle gar sprach zu dem Grad in der Längsrichtung als "Ulla", die einfach 3 Minuten langen Marsch! Nicht weit davon entfernt, "Here comes Boy Musik", aber immer noch - deutlich in einer musikalischen Familie. Experimental - und erfolgreich.))



Lila "Tol's toy"
Jazzflits Nr. 163 (NL) – Hermann de Loo

"Lila balanceert op de rand van improvisatie en avant-garde rock. De speelse en soms humoristische aanpak maakt het geheel extra aantrekkelijk."

Een toetsenbord levert nu eenmaal een andere attaque op dan een bas(gitaar). Drummer Julian Sartorius kan behoorlijk strak drummen en is zowel thuis in asymmetrische ritmes als in stevig beukwerk, maar hij is ook een avontuurlijke slagwerker die goed kan improviseren. Gitarist Stoffner is een man van atmosferen, en is verantwoordelijk voor soms fraaie Robert Fripp-achtige soundscapes. Rietblazer Christoph Erb kan zich schikken in het groepscollectief, maar is ook een begenadigd solist, hetgeen hij helemaal aan het eind van de cd 'Tol's Toy' extra benadrukt in een Evan Parker-achtige a capella-solo, als de rest van de band al naar huis lijkt te zijn. Samen met Pfammatter zet hij de span- nendste onderdelen van de open improvisaties neer waarmee de groep de strakke delen afwisselt. Een speelse, en soms humoris- tische aanpak maakt het geheel extra aantrekkelijk. Begin volgend jaar is de groep wellicht op de Nederlandse clubs te be- wonderen, waar ze in de kleur van de bandnaam het podium schijnen te betreden.



Schnellertollermeier "Zorn Einen Ehmer Üttert Stem!!"
Skug (A) – Journat für Musik - Curt Cuisine

Der Albumtitel sagt schon alles, oder? Hier kommt die fröhliche Experimentalmusik! Dass man diese CD genrespezifisch irgendwo zwischen Jazz, Rock und Noise, zwischen Hardcore und Brachialimprovisation einordnen darf, täuscht ein wenig über den beträchtlichen Lustgewinn bei der Sache hinweg. Kann sich jemand an die Anfänge von Yes erinnern? Die grandiose, mehr jazzige als rockige Gitarrenarbeit von Peter Banks? Hier sind wir eher richtig. Instrumentaljazziger Progrock also, der sich an den ruhigeren, freieren Stellen fast schon meditativ und harmonisch verspielt bis zur Schmerzgrenze gibt, um dann wieder in knallharte, fetzige Riffs zu explodieren. Das klappt so gut, dass man bei jedem Track eigentlich nur darauf wartet, dass sie endlich wieder richtig loslegen. Die drei Schweizer namens Schnellmann, Troller & Meier sind live sicher ein Erlebnis, mit der CD sind aber alle Freunde des experimentellen Hardcores ebenfalls bestens bedient. Ein echter Alpenkracher.



Schnellertollermeier "Zorn Einen Ehmer Üttert Stem!!"
Citizienazz.com (F) - Franpi Barriaux

A force de voir fleurir sur la scène parisienne une multitude de power trios virulents, on était tenté de penser qu'il s'agissait d'une spécificité hexagonale. La découverte du jeune trio suisse alémanique Schnellertollermeier pointe une réalité tout autre : la musique improvisée européenne à tendance à rendre visite au rock pour exprimer une rage qui peut se loger dans l'abstraction la plus minimaliste. Porté par le jeu du guitariste Manuel Troller qui donne la direction à cette formation très égalitaire, la musique de Zorn Einen Ehmer Üttert Stem !! peut évoluer d'un instant à l'autre entre divers univers contrastés, le tout dans une tension palpable. Ainsi, la basse rageuse d'Andi Schnellmann peut soudain briser le jeu laconique et parcimonieux de ses deux comparses (« Topic of Tropic », « Kein Hupen Aus Dem Tal ») .Le climat volontairement très sombre rappelle certains albums du label Rude Awakening, notamment sur « Zorn Einen Ehmer Üttert Stem!! », morceau extrêmement concis qui ouvre l'album sur le jeu très métallique de David Meier à la batterie. C'est cependant avec le morceau pivot, « Spaltjahr... » que le trio développe concrètement son propos : cette longue suite visite toutes sortes de chimères métalliques et bruitistes qui peuvent aller jusqu'au silence à peine ponctué d'un larsen ou d'un discret roulement de batterie.Beaucoup d'idées affleurent dans ce premier album, dont on retiendra l'atmosphère ténébreuse très maîtrisée. Il manque cependant de la cohérence dans cette volonté de partir dans toutes les directions.



Scope "Rotten Magic"
Jazz'n'more – Pirmin Bossart

Der zeitgenössische Elektro-Jazz-Rock von Scope hat nichts mit herkömmlichen Fusion-Variante und anderen Höher-schneller-Derivaten am Hut. Scope ist bodenständig, ja geradezu untergründig: Am Tag, als der isländische Vulkan Eyjafjall ausbrach, begann das Ouartett seine Aufnahmen im Studio. Diese besondere Situation angesichts eines unberechenbaren Naturereignisses hat die Klangwelt von "RottenMagic" geprägt. Eine latent gärende Stimmung prägt das Album. Sie kann sich heftig entladen aber auch ungeahnt transformieren: Einmal schält sich aus fettem Soundteppich die Schweizer Nationalhymne heraus, dann wieder verschlägt es die Band in psychedelisch ausstreunende Klanglandschaften immer wieder setzen knappe melodische Akkordfolgen die Themen und beflügeln Bassklarinettist Lucien Dubuis und Wurlitzer-Zauberer Hans-Peter Pfammatter zum abheben, kraftvoll auf Spur gehalten von Urban Lienert und Lionel Friedli. Am Schluss nach viel kühnem Sound- Gebräu und vulkanisch gepowerten Grooves, empfängt uns ein wunderbar harmonischer Song wie "Le short". Die Abgründe haben sich wieder geschlossen und neues Leben keimt aus den Hängen, kraftvoll geläutert.



Bis die Ohren wackeln - Scope "Rotten Magic"
Stefan Künzli

Der Walliser Hans-Peter Pfammatter liebt die Gegensätze. Eben noch haben wir ihn als feingeistigen, einfühlsamen Pianisten mit der Sängerin Ithamara Koorax im Peter Schärli Trio erlebt. Jetzt rotzt er mit seiner Band Scope, bis die Ohren wackeln. Bei «Scope» kann Pfammatter seine animalische Seite ausleben und kombiniert die pure Energie von Rock und Punk mit der Experimentierlust des Free-Jazz. Es ist eine erfrischend unverfrorene Mixtur, die der Tausendsassa Pfammatter uns da zusammen mit seinen raubaukenden Gesinnungsgenossen Lucien Dubuis (Bass-Klarinette), Lionel Friedli (Schlagzeug) und Urban Lienert (Bass) serviert. Headbanger mit offenen Ohren werden auf «Rotten Magic», dem zweiten Album von «Scope», gleichermassen bedient wie aufgeschlossene, tolerante Jazzer. «Scope» haben einen originellen Bandsound mit hohem Wiedererkennungs-wert entwickelt, der Live wohl noch besser funktioniert.



Scope "Rotten Magic"
Eclipsed, Rock Magazin (D) – WK -

Es gelingt im Jazz nicht oft, den abgeklärten Experimentiergeist der postmodernen Gegenwart mit dem elektrischen Aufbfuchfieber der frühen Siebzigerjahre organisch zu verbinden. Der schweizerischen Band Scope um Keyboarder Hans-Peter Pfammater geht das zumindest teilweise recht überzeugend von der Hand. Vieles erinnert an den unschuldig progressiven kraftvollen Euro-Jazzrock um 1920, anderes an die urban omnistilistische New Yorker Downtown-Avantgarde um John Zorn nach 1990. Zuweilen brauchen die vier Musiker von Scope etwas lang, um auf den Punkt zu kommen. Das tut dem Fluss des Albums erheblichen Abbruch. lst dieser Punkt aber erreicht, geht die Post ab. Das Zusammenspiel von knarzigen Synthesizern und launiger Bassklarrnette ist vor allem in den Unisonoparts stets mitreißend. Ähnlich wie bei Wayne Horvitz erinnern die Keyboards mitunter an heftige Gitarrenattacken. Bassklarinettist Lucien Dubuis ist wie immer herausragend. Streckenweise könnte er aber mit seinen lntentionen noch besser in Szene gesetzt werden. Top-Track: Lulu



Lila "Tol's Toy"
Jazz'n'more – Pirmin Bossart

Nach einer gut zweiminütigen und schön düster gefärbten "Ouverture" nimmt uns zunehmend das neunminütige "Photo-Apperat-Graph" gefangen. Das Stück enthält alles, was Lila auszeichnet: Struktur und Freiheit, Sensibilität und Brachialität, motorische Kraft und irrlichterndes Soundspiel. Das kurze Stück "BeroBero" fasziniert mit subtilem Geklöppel und Geglöckel wie von der surrealistischen Alpweide, bevor dann mit dem über 15-minütigen "Buxus Harlandii" das längste Stück des Albums anbricht. Ein Brocken aus feierlichen Melodien, drängendem Puls, Getöse und Gefrickel in wohlproportionierten Einheiten und voll wilder Kraft. Lila legen hier erneut ein frisches Album vor, das sich kaum je an herkömmlichen Jazzproduktionen orientiert, sondern einen eher an englischen Post-Henry-Cow-Achtziger-Avant-Rock erinnert. Da sind vier Instrumentalisten die zu den besten der Schweiz zählen. Mit einer Mischung aus Ernsthaftigkeit und Unbekümmertheit lassen sie sich in experimentier freudig Kollektivprozesse ein. Dabei wahren sie stets ihre individuelle Stimme und schaffen es, die fragmenthaften Kompositionen zu einem schrägen schönen Ganzen zukitten.



LILA "Tol's toy"
freiStil (A) freistil.klingt.org, Mitter

Schon 2006 hat es auf Unit Records das Debüt dieses Schweizer Experimentalquartetts gegeben. Die eingespielte Vertrautheit macht sich positiv bemerkbar. Es folgt eine fulminante Fahrt auf brodelnden Energieströmen. Kraftvoll, eigenständig und originell wird auf "Tol's Toy" dem Gestus des FreeJazzRock gehuldigt. Miles Davis hat mit seiner "Bitches Brew"-Aufnahme (vor 40 Jahren) den Startschuss für diese, den Jazz erneuernde Richtung abgefeuert. Die europäischen Ausformungen waren, meiner Meinung nach, schon sehr früh mindestens so spannend und interessant. Catalogue, Soft Machine, King Crimson, Terje Rypdal, Gary Windo, um nur ein paar Protagonisten und außergewöhnliche Begabungen dieses Genres zu nennen. Ein unheimlich dichter Soundteppich, der trotzdem immer transparent und durchhörbar bleibt, entwickelt eine starke Sogwirkung, verführt zum Eintauchen in ein ausgetüfteltes Sounduniversum. Die Musiker sind gleichberechtigt am Gelingen des Geschehens beteiligt. Christoph Erb gibt in schnoddrigen Kurzkommentaren oft kurze Richtungsansätze vor (bei "Ulla", einem der schönsten Titel dieser CD, und "Arset" hört man mehr vom Holzbläser), Hans-Peter Pfammatter, am Basssynthie und den elektronischen Geräten fuhrwerkend, sorgt für die raue Ummantelung und den expressiven Esprit, Flo Stoffner, an der Gitarre, füllt und ergänzt mit seinen Licks Freiräume und drückt vielen Stücken einen unverwechselbaren Stempel auf. Julian Sartorius ist die solide Basis, um ein solch halsbrecherisches Projekt überhaupt gelingen lassen zu können. Mit präzisem Donnergrollen trommelt er die Kollegen vor sich her. Beeindruckend.



schnellertollermeier "Zorn einen ehmer üttert stem!!"
Jazzthing (D), Martin Laurentius

Der Bandname lässt sich rasch erklären, greift der doch augenzwinkernd Teile aus den Nachnamen der drei jungen Schweizer auf: Andreas Schnellmann (Bass), Manuel Troller (Gitarre) und David Meier (Drums) sind Schnellertollermeier. Diesen sprichwörtlichen Schalk im Nacken zeigen die drei Jungspunde nicht nur in dem für deutsche Ohren so kryptisch klingenden Albumtitel, sondern vor allem auch in ihrer Musik. Und die hat es in sich: kein Jazz-Rock-Gefrickel, keine dezenten Arpeggien oder sensible Klangflächen. Vielmehr wird hart, laut und brachial zur Sache gegangen – und so ziemlich alles, was in den vergangenen 20 oder 30 Jahren an aktueller Musik jemals angesagt war, wird durch den Fleischwolf gedreht: von lärmigen Heavy und Death Metal über krachigen Fake- und Punk-Jazz bis hin zu überdrehten Noise-Experimenten à la John Zorn. Doch wer tiefer in den so skurillen, so seltsamen Klangkosmos dieses Dreiers einsteigt, der erkennt, dass Schnellmann, Troller und Meier den vielbeschworenen Spirit des Jazz trotzdem haben: Das Zusammenspiel der drei ist antizipierend, man hört einander zu und lässt gemeinsam dem Fluss der musikalischen Ideen freien Lauf. Klasse.



schnellertollermeier: Zorn Einem Ehmer Üttert Stem
Soundslikejazz.be - Johan Vandendriessche

De band schnellertollermeier (een anagram van de namen van slagwerker David Meier, gitarist Manuel Troller en Andreas Schnellmann) brengt met 'Zorn Einem Ehmer Üttert Stem' een compromisloos mengsel van free, heavy jazz, en hardcore rock. Deze muziek zal bepaald niet een evidente grote publiekstrekker worden, maar dat zal dit (Zwitserse) powertrio worst wezen ... Voor insiders is het leuke trashjazznoise-rock, waarin stiltes wel af en toe voorkomen, maar alleen in vrij geïmproviseerde, sfeerscheppende fragmenten. Het slagwerk klinkt als een rockdrumstel, en houdt zich absoluut niet bezig met klankmaken; alleen de vrijheid van interplay refereert aan de jazz. Een publiek dat een liefde voor jazz èn noiserock koestert, zal zich met 'Zorn Einem Ehmer Üttert Stem' wel eventjes zoet houden. Deze combinatie, waar dan nog eens elementen van urban music, zoals thema's met complexe, minder conventionele maatsoorten, in voorkomen, bestaat sinds Captain Beefheart's 'Trout Mask Replica'. Het unieke mengsel spreekt blijkbaar zowel luisteraars als muzikanten aan, anders had schnellertollermeier 'Zorn Einem Ehmer Üttert Stem' niet gemaakt. Zoveel weze duidelijk. En wat deze 3 musici doen, doen ze goed. En luid!



schnellertollermeier "Zorn einen ehmer üttert stem!!"
Jazznytt (Norway) Nr. 1, 2011 - Svein Magnus Furu

Schnellertollermeier er Andi Schnellmann, bass, Manuel Troller, gitar og David Meier pa trommer. De tre unge sveitserne har slatt voldsomt an i hjemlandet, og er ute med sitt debutalbum. Musikalsk plasser de seg et sted mellom Shinings "Blackjazz" og Scorch trio. Med utgangspunkt i enkle (og noen mer kompliserte) komposisjoner feirer de an sammenkomst av rockeimpro, jazz, metal og noise. Men det er ikke no 1-2-3-full-gass de legger opp til, her er det plass til uttrykk i begge ender av den dynamiske skalaen. Det skaper store fom for utvikling og interessante forlop, og bryter opp i det tidvis ensformige lydbildet. Trioen har et sammenveiset og enhetlig uttrykk, og folger hverandre tett gjennom lavmaelt lydutforskning, bredbeinte rockerriff, stoyende krafteksplosjoner og lange groovende partier. De opprettholder i hoyeste grad inntrykket av at det skjer mer spennende pa den sveitsiske jazzscenen en noensinne.



schnellertollermeier "Zorn einen ehmer üttert stem!!"
Freistil Magazin für Musik und Umgebung, jonk

"Das Ganze ist ein seltsam' Ding!", kommt der Hörerin in den Sinn. Allerdings nicht im Sinne des Zitats von Friedrich Schiller, bezogen auf ein Worträtsel, sondern auf das musikalische Schaffen und Selbstverständnis der Schweizer Schnellertollermeier. Zusammengesetzt aus den leicht modifizierten Nachnamen Schnellmann, Troller und Meier, die auf der Musikhochschule Luzern und der Swiss Jazz School Bern den Umgang mit ihren Instrumenten studiert haben, bietet der Bandname einen ersten Vorgeschmack auf die Schrulligkeit und Eigenheit des Trios. Der Sound des Debüts, das auf dem jungen Luzerner Label Veto-Records veröffentlicht wurde, ist auch nicht eindeutiger als dessen kryptischer Titel "Zorn einen Ehmer üttert Stem!!". Dissonante Klanggefüge, freie Improvisation und grooviger Free Jazz wechseln sich ab mit der gitarrenlastigen Direktheit noisigen Hardcores, die in ein regelrechtes Wummern in den Ohren münden. Mitunter knüppelt das Trio munter drauf los und fährt mit zahllosen halsbrecherischen Breaks instrumentale Achterbahn. Kurzzeitig gehen zwar bei manchen Stücken etwas die Spritzigkeit und Unbekümmerheit verloren. Aber kompensiert wird das spätestens wieder bei "Love in the Time of Cholera", bei dem das Wechselspiel von jazzigen Klanggewittern, groovigen Passagen und flirrenden Gitarren zu einem der Höhepunkte der Fahrt gebracht wird. Irgendwo an den Ufern des Vierwaldstättersees feilt ein junges Schweizer Trio eifrig an seiner Interpretation von "The Shape of Jazz to Come".



schnellertollermeier "Zorn einen ehmer üttert stem!!"
Jazzpodium (D) – Rainer Bratfisch

Schnellerhöherweiter war gestern, heute ist schnellertollermeier. Aber kann ein Trio mit einem solchen Namen überhaupt damit rechnen, dass sich sein Name schneller, toller usw. in den Gehirnwindungen europäischer bzw. gar aussereuropäischer Jazzfans festsetzt? Und dann der Titel der CD!! Einzig der anfängliche Zorn und die zwei Ausrufezeichen am Schluss sind über den Tag hinaus merkbar. Die Musik ist allerdings auch nicht für die Ewigkeit bestimmt. Mit brachialer Gewalt drängt sie sich in unsere Hörwelt, löscht alles dort mit Bedacht Gespeicherte, duldet nichts und niemand neben, über, unter sich, ist so anders, dass sie bisweilen an die tradierte, sprichwörtliche Schmerz- oder zumindest Toleranzgrenze stösst und diese einfach überspringt, links und rechts liegen lässt, negiert, oder schlimmer noch nicht zur Kenntnis nimmt. "Kein Hupen aus dem Tal" irgendwo aus Schweizer weiter Ferne, nein, ein dicker, fetter aggressiver Sound, der genauso gut in Berlin, New York oder anderswo tönen könnte. Im "Spaltjahr", wo die Frauen wohnen, "die sich wie Männer verkleiden, die sich wie Frauen verkleiden". Negation der Negation? Ein grob organisiertes Chaos Pur? Nur der Wechsel zwischen Melodie und Anarchie, Sparsamkeit und Opulenz ist beständig. "Love in the time of Cholera?" Jazz in the time of the big bang? Irgendwo zwischen freier Improvisation, Hardcore-Jazz, Punk & Funk und brachialer Rockmusik spielt dieses Schweizer Trio den Jazz von übermorgen.



schnellertollermeier "Zorn einen ehmer üttert stem!!"
Jazz'n'more – (5 von 5 sternen !!!)

pb. Eine energetische Ladung aus Jazz und Rock, Lärm und Gesplitter, Space und Form: das beinhaltet das Debütalbum von schnellertollermeier. Das Trio lässt hören, dass Jazzchule-Absolventen nicht notwendigerweise in kopflastigen Konzepten oder ermüdenden Fusion-Gedudel stranden müssen, sondern zu lustvollen Ufern aufbrechen können. schnellertollermeier verbinden Rockriffs, Jazzdissonanzen und atmosphärischen Klang-Space zu einem griffigen und wachen Sound. Er kann ausufern, hat aber doch klare Strukturen und melodiöse Motive. Auch in den klanglich feinsten Passagen, wo nur noch einzelne Saiten kratzen und schwingen oder der Schlagzeuger filigrant mitklöppelt, lauert bei diesem Trio eine Spannung, die jederzeit hervorbrechen kann. Starkes Debut eines Trios, das auch an Livekonzerten schnell und toll ins Ohr geht.



Kaleidodas üttert ehmrattig!
Das Kulturmagazin – Pirmin Bossart

Willkommen zum Post-Jazz der Gegenwart, der von Avant- Rock, Hardcore und Impro-Space infiltriert, so dringlich klingt wie lange nicht mehr: Schnellertollermeier improvisieren sich mit einigen scharf gestochenen Motiven und sehr viel Freiraum zwischen den Klängen in die kristallinen Tonalitäten der Stille, um in nächsten Momenten ebenso riskant zu explodieren. Die Unverfrorenheit von Hardcore-Punk, das Klangbewusstsein von Psychedelik, das präzise Handwerk von Jazz und der Mut zur Reduktion generieren auch dort Intensitäten, wo scheinbar nichts passiert und die Klänge nur lauern. Es ist Musik, die we- der Refrains braucht noch Jazz-Akkord-Changes und auch keine Texte, um etwas zu sagen. Endlich wieder eine sensationelle Platte aus Luzern.

Schnellertollermeier: zorn einen ehmer üttert stem!!



Big Veto: 100valli
Terz, Statt Zeitung Düsseldorf – HONKER

...die von Saxofonist Christoph Erb in acht Stücken komponierten Texturen sind alles andere als streng notiert, wirken aber bei aller Ausuferung und Verfransung erstaunlich tight und können ebenso gut nach vorne losgehen. Kein Wunder, ist dies doch ein Live-Ding, und diese Wilden, von Christian Weber bis zu Julian Sartorius, erspielen sich ein absolut beachtliches Spektrum.



Müküs: Nebel
Terz, Statt Zeitung Düsseldorf – HONKER

Vom norwegischen Fjord- und Bergwetter zum Schweizer Nebel: nach einem wahrhaft nebulösen Intro legt dieses Sextett um den Bieler Bassisten Lionel Gafber umso kompakter und grooviger los - um danach in einen Art-Zoyd-würdigen Chanson zu verfallen und uns dann ein streng auskomponiert-chaotisches Klangpuppenspiel vorzuführen. Dreh- und Angelpunkt dieser 9 sehr vielfältigen Stücke sind nicht zuletzt die Vocals von Morgane Gallay. Ein fantastischer und hochorigineller Mix aus Impro, Rock, Jazz und Elektronik und ein veritabler Einblick in die junge Schweizer Szene!



Martin Baumgartner's Spielhuus
GazEta – by Tom Sekowski

Composer Martin Baumgartner explains the concept of "Spielhuus" in this manner, "This conceptual composition is based on the idea of emergent systems and so it works from bottom to top and is strictly democratic. It's basically a collection of rules and signals for improvisation which allows players to make coordinated and predetermined changes in the direction a piece is going. Each and every player can interpose his or her musical idea by raising an arm and using one of the 17 hand signals to give a command to another player or the prompter the system limits each players influence, so it's only possible to throw in a directive which might be picked up by the others and evolve into something new, or otherwise just die off. The prompters influence is rather small and far from what a regular (i.e. real) conductor does. Prompting means to mediate major changes, tell the player whether they will participate in a new subgroup or not, give cues for fast changes, and last but not least watch out for attempts to cheat. Spielhuus is a game and as in any other game there can be cheating!" As far as the actual music is concerned, the fourteen piece orchestra plays a mixed bag of music. Neither jazz, nor free improvisation, nor composed music, this is really a mixture of very disproportionate elements. The gritty guitar work of Christy Doran gets dissected by Vincent Membrez's piano work, while many of the band members are prompted to sing nonsensical cat-calls and screeching guffaws. While Christian Weber manoeuvres his way around the vocal section, Markus Muff steps in with a barrel of trombone concoctions. Many of the pieces have a jagged, broken-up mentality. Just as a piece is progressing, Baumgartner breaks-up the flow and enforces a change of direction for his ensemble. Otherwise, "Spielhuus" is a free-for-all, loose musical stew.



Die wilde, kindliche Lust des Martin Baumgartner
Tages-Anzeiger, Christoph Merki

Auf diesem Album machen die Musiker auf ihren Instrumenten alles, was Gott verboten hat. Die Saxophone wiehern, zetern. Die E-Gitarre schickt die Töne durch den Schredder. Und manchmal ist die Musik nur Schlagzeugsounds und Blubbern. Dieses Also ist also ein Heidenspass. „Spielhuus“ heisst es wie eine frühe Kindersendung im Schweizer Fernsehen, und hinter ihm steht der Live-Elektroniker Martin Baumgartner. Und bei ihm spielt die Musik tatsächlich so anarchisch, lustvoll und froh, dass man Instrumentalisten am Werk wähnt, die das Kind im Manne wecken (Frauen gibts keine im 14-köpfigen Ensemble).

Nicht wenige Hörer werden bei den freejazzartigen Tönen sagen: Das ist keine Musik. Andere aber werden finden, dass sie schon lange keine so lebendige Musik mehr gehört haben. Es gibt auf der Platte kaum eine greifbare Melodie oder Harmonie, am konkretesten sind noch gelegentliche Bass-Schlagzeug-Spuren. Man hat den Eindruck, dass die Musiker ihre Instrumente spielen, indem sie mit ihnen spielen. Was nicht nur kindliche Naivität bedeutet, sondern auch Experimentierfreude: Diese CD hat eine sehr seriöse Seite.

Die Musiker, allesamt Topspieler aus dem Umfeld der Jazzschule Luzern, verständigen sich beim Improvisieren über einen Katalog von 17 definierten Handzeichen, Baumgartner arbeitet dabei als eine Art Dirigent. Und er bleibt auch als Dirigent auf gewisse weise ein Live-Elektroniker: Als Herr der Knöpfe und Regler hat er schier unbeschränkt verschiedenartige Sounds zur Verfügung – „Spielhuus“ wirkt nun so, als wolle Baumgartner diesen Reichtum auch mit akustischen Instrumenten heraufbeschwören.



Martin Baumgartner’s „Spielhuus“
Jazz’n’more – Johannes Anders

Diese Liveaufnahmen entstanden in verschiedenen Formationen 2006 und 2008 im Luzerner „Boa“ und „La Fourmi“ und im „Mokka“ in Thun. Das Album ist dem im Sommer 2008 mit 38 Jahren an Krebs verstorbenen Berner Schlagzeuger Fabian Kuratli gewidmet. „Spielhuus“, so heisst es im CD-Text, „ist ein basisdemokratisches Regelwerk, welches jedem Mitspieler dieselben Rechte und Pflichten auferlegt.“ Und weiter: „Die dem Konzept zugrunde liegende Idee ist das Spiel in einem Team, in welchem keiner und doch alle bestimmen, in welche Richtung sich ein Stück bewegt.“ Das Resultat sei „eine Achterbahnfahrt zwischen gänzlich freiem Spiel, Grooves, flächigen Soundscapes und allen Farbbereichen dazwischen, darüber und daneben.“ Es ist, auch wenn man die verschiedenen berühmten Freejazzorchester der Vergangenheit kennt, eine überzeugende schlüssige Musik, nicht zuletzt, weil im musikalische-improvisatorischen Ablauf und freien Kollektivspiel, abseits von totalem Chaos, immer wieder zwanglose wie logisch wirkende formale Elemente aufscheinen. Gesteuert wird das ganze durch einen Katalog von 17 Handzeichen als Grundgerüst der Kommunikation. Der vermeintliche Dirigent, wird betont, nimmt lediglich die Rolle einer Ampel oder eines Vermittlers ein – ein spannendes, ereignisreiches Unterfangen.



Müküs „Nebel“
Jazz’n’more – Pirmin Bossart

Jazz als offenes Laboratorium, in dem sich klassisch-akustische Instrumente und elektronische Gerätschaften gleichberechtigt begegnen und es definitiv hinfällig wird, „Jazz“ von „Rock“ oder „Elektronik“ von „Jazz“ unterscheiden zu wollen. Müküs ist die Band des Bieler Bassisten Lionel Gafner. Das gut besetzte Sextett spapft und schwebt durch die Nebel zwischen Space-Age-Jazz und Prog-Rock-Jazz. Der Gesamteindruck ist mindestens so retro wie urban-zeitgenössisch. Eine sanfte Melancholie liegt in der Luft. Im Timbre und den Melodien des Gesangs, aber auch im kühlen Gemix aus Rhodes und Kontrabassklarinetten- kontrapunkten erinnert das Klangbild an Verwehungen aus der Canterbury-Szene und der englischen Post-Punk-Szene. Die Musik kann ins schillernd Ungefähre strömen, wird aber regelmässig von schönen Melodielinien und rockenden Einbrüchen in Form gehalten. Müküs lassen hören, wie unbekümmert von Traditionen und Trends die jüngere Generation sich ihren eigenen musikalischen Weg sucht. Dazu gehören noisige Sounds und repetitive Motive ebenso wie brachiale Bläserschneisen, Rockriffs und eine popnahe Stimme.



Cadence Jazzmagazine, NY / USA

Veto, Christoph Erb
Nu-Gara, Scope
Nach Silingia, Vera Kappeler Trio
Méthane, Kiku Trio



Das Grosse Ja - BigVeto „100valli“
Das Kulturmagazin, Luzern – Pirmin Bossart

Pb. BigVeto ist das große Ja zum musikalischen Prozess: Ein Unterwegssein mit offenen Fixpunkten. Das zum Sextett erweiterte Quartett Veto des Saxofonisten und Bassklarinettisten Christoph Erb bewegt sich in großen Bögen durch die Koordinaten von Jazz, Rocklust und Noise. Dabei wird nicht Formlosigkeit gepredigt und wild gewuchert, sondern die alte Radikalität neu geordnet. Klassische Jazzthemen verschmelzen mit Elektro-Gewirr, lyrische Atmosphären kontrastieren mit Sequenzen von nackter Wucht. Guter, rauer Sound.



Jazzer im Kreativen Unruhestand
Der Bund – Georg Modestin

…BigVeto „100valli“ schließt musikalisch an ihren Vorgänger aus dem Jahr 2007 (Christoph Erb VETO) an, was sich nicht zuletzt in der Titelwahl niederschlägt. Das einzige, wenn auch achtteilige Stück heißt Mokotow Part III; Part I und II sind auf dem Vorläuferalbum zu hören und bilden, zusammen mit Teil drei ebenso viele Momentaufnahmen aus einem kreativen Prozess. Einiges, was dabei erklingt, ist fixiert; vieles im Fluss, was zweifellos einer Absicht entspringt: Mokotow ist „work in progress“, bei dem dichte Kollektivimprovisationen mit ausgedehnten Soli alternieren. Christoph Erb, aus dessen Feder sämtliche Titel auf den beiden Cds stammen, ist ein Komponist, der Räume öffnet und Wege frei macht. Das Sextett integriert in seinem Spiel die Sicherheit einstudierter Themen und Grooves mit denn Unwägbarkeiten der freien Improvisation. Dabei zeigen sich die sechs Protagonisten dem Rock gegenüber offen und verhindern so, dass der Jazz von dem sie herkommen, selbstreferenziell um die eigene Achse kreist. Insgesamt hat die Musik von „BigVeto“ eine ausgesprochen szenische Qualität. Sie lebt von dramaturgischen Brüchen und motivischen Gegensätzen: mal wirkt sie brachial, mal versonnen; mal rau, dann wieder zärtlich; ungehobelt und wiederum ausgefeilt.



BigVeto „100valli“
allaboutjazz Italy – by Vincenco Roggero / http://italia.allaboutjazz.com

"Mokotow Part I" e "II" erano le due lunghe suites che costituivano l'irrisolto CD Veto, a nome Christoph Erb, mentre "Mokotow Part III" è l'unico brano presente in 100 valli, incisione questa volta a nome Big Veto. Nomi e numeri, si dirà, ma nomi e numeri che contano. Per una questione di continuità, perché 100 valli riprende le fila del discorso iniziato, con la summenzionata incisione del 2007, dal sassofonista e compositore svizzero. Perché Big Veto vede la precedente formazione lievitare grazie all'aggiunta della chitarra e di non meglio identificate diavolerie elettroniche. Perché tutto ciò conferisce una dimensione più organica e adeguata alle insolite idee musicali del leader. In poco più di trenta minuti succede infatti un po' di tutto. Da un inizio caratterizzato da un miscuglio di interferenze, effetti larsen, distorsioni, sfrigolii di valvole si passa ad una libera improvvisazione nella quale i due fiati si scambiano colpi proibiti ed il basso elettrico picchia duro sulle flebili tracce melodiche del brano. Poi una sorta di lamento giocato sugli armonici delle ance viene progressivamente inquinato da rumori di fondo inquietanti e, quando si acquieta, lascia spazio ad una formidabile performance solitaria del contrabbassista Christian Weber, geniale creatore di illusioni sonore. Quindi esplode, violento, un grumo di free-jazz-noise che fa sobbalzare anche l'ascoltatore più avvezzo ad operazioni di terrorismo sonoro, ascoltatore che verrà rinfrancato da una chiusura ingannevolmente dolce e melodiosa.

Disco scorbutico, in alcuni momenti fuggevole e ingannatore, mai e poi mai banale, 100 valli contiene più di un elemento di interesse ed è in grado di pizzicare anche l'ascoltatore più distratto.

Sitle: Inclassificabile



BigVeto „100valli“
allaboutjazz von Vincenzo Roggero / Übersetzung: Christine Pfammatter

„Mokotow Part I“ und „II“ hießen die zwei langen Suiten der unvollendeten CD Veto von Christian Erb, während „Mokotow Part III“ ein einziges Stück ist auf 100valli, eine Neuerscheinung unter dem Titel Big Veto.

Namen und Ziffern, könnte man sagen, aber Namen und Ziffern die zählen. Sie scheinen eine Frage der Kontinuität, denn 100valli nimmt den Faden der Veröffentlichung von 2007 wieder auf, der äußerst einschneidenden CD Veto des Schweizer Saxophonisten und Komponisten, und führt ihn weiter. Denn für Big Veto wurde die frühere Formation um eine Gitarre und um nicht besser erkennbare elektronische „Unverschämtheiten“(!?) erweitert. Das sorgt für einen organischeren und adäquateren Gesamteindruck und unterstützt die außergewöhnlichen Ideen des Bandleaders.

In etwas mehr als dreißig Minuten passiert beinahe von allem etwas. Der Anfang besteht aus einem Soundgemisch aus Störeffekten, Rückkoppelungen, Verzerrungen und Klappen, danach geht es weiter mit einer freien Improvisation, in der die zwei Blasinstrumente sich alternierend „unerlaubte Streiche“ zuspielen, während ein harter Bass die Saiten anschlägt, was den melodischen Teil des Stückes liefert. Darauf folgt eine Art Lamento, ein Spiel mit dem Mundstück, das zunehmend von unruhiger werdenden Hintergrundgeräuschen gestört wird, und, wieder beruhigt, Raum lässt für einen großartigen Solopart des Kontrabassisten Christian Weber, einem genialen Schöpfer klanglicher Illusionen, als plötzlich ein brutaler Brocken Free-Jazz-Noise explodiert, der den noch erfahrensten, an terroristische Lauschangriffe gewohnten Hörer von den Socken haut um ihn, ermutigt, in einen trügerisch sanften und melodiösen Schluss zu entlassen.

Stil: nicht klassifizierbar.



Müküs „Nebel“
Alexandre Caldara / Le Phare CCS Paris

On opéra rock qui sonne comme un conte nordique. Müküs, collectif de six jeunes musiciens de Bienne, raconte Nebel (Brouillard). Müküs fait surgir l’aspect orchestral du nuage gris. Cela donne une fresque ardente, arrangée jusqu’au dernier soupir. Les composition de Lionel Gafner dessinent un paysage de sons escarpése luxuriants. Une base rythmique solide, bien ancrée dans le groove, permet des échappées plus poétiques, moins contrôlées. On y trouve un côté Radiohead pour le versant belle pop complexe. On débarque par moments dans un bal des mutants, avec références appuyées aux groupes éclectiques de John Zorn ou de Robert Wyatt. Le Fender Rhodes de Vincent Membrez lorgne vers la mélancolie d’un son jazz fusion. A l’inverse les effets électroniques de Jonas Kocher appellent un imaginaire futuriste peuplé de câbles et de robots. „La vie des songes est étrange“, dit Morgane Galley dans une prestation vocale très étendue, entre slam langoureux et chant lyrique. On peut imaginer alors, dans une clairière luxuriante du Jura, l’irruption d’une clarinette contrebasse: long instrument insolite qui, par la bouche de Lucien Dubuis, donne au disque une couleur de free-jazz onctueux.



Vera Kappeler Trio - "Nach Slingia"
www.jazzdimensions.de von Carina Prange

Die Schweizer Pianistin und Harmoniumspielerin Vera Kappeler stürzt mit ihrem Trio ihre Hörer in ein Wechselbad der Gefühle: melodiöse, kunstvoll verwobene, nahezu sanfte Stücke und dem Geräusch und schrägem Zusammenspiel der Musiker gewidmete Kompositionen wechseln sich auf "Nach Slingia" gewissermaßen ab.

Dabei gelingt es dem Trio, eine eigene Athmosphäre zu erzeugen, indem es sich erfrischender, unverbraucht und neu wirkender Klangwelten bedient. Auf der CD finden sich vorwiegend Stücke von Vera Kappeler, doch auch die zwei Songs aus anderer Quelle – "Hoosen Johnny" (trad.) und "Ol' Man River" (Kern/Hammerstein) – passen sich nahtlos in das Werk ein. Hier werden Kappeler, Simon Geber (b, dobro) und Lionel Friedli (dr) den Vorgaben insofern gerecht, dass sie eine nahezu "klassische" Interpretation für sich gefunden haben.

Ja, das Trio versteht es, als Band eine eigene musikalische Stimme zu entwickeln – mutig, experimentell und, wenn man so will, auch avantgardistisch. Das Motiv des Covers in typischer Veto-Records Manier (vielleicht entstanden in den Schweizer Bergen, ein Blick in den Fels beim Wandern?) illustriert es und auch der Titel der CD deutet es an: es geht um Musik, die sich auf die Reise macht…



Vera Kappeler Trio „Nach Slingia“ – KiKu Trio „Méthane“
Jazzthing- Nr 81 (D) – Falko von Almen

An den Schnittpunkten von freier Improvisation, Volkslied und Modern Jazz findet sich die Arbeit von Vera Kappeler - nur folgerichtig also, dass „Nach Slingia“ von der Verortung der Abstraktion im Konkreten und von der Suche des Konkreten in der Abstraktion geprägt ist. Das Spannungsfeld des Albums reicht von klangmalerischen Meditationen über repetitive, fast minimalistische Strukturen und freie Passagen bis hin zu einer abgedrifteten Version von „Ol’ Man River“. Dabei wird das Erwartbare nicht nur durch das Spiel mit den Stilistiken sondern auch klanglich immer wieder durchkreuzt, etwa wenn ein e.s.t.-artiger Groove-Teil von verschachtelten Spielzeugklaviermelodien eingerahmt oder mit dem Harmonium Anklänge von Alpenländler und Himalaya eingewoben werden. Besonders attraktiv sind die Stücke, in denen der Bass gegen die Dobro eingetauscht wird, ein Saiteninstrument, das in Kappelers Trio wie eine Kreuzung aus Zither und Banjo klingt. Ein frisches und musikalisch überzeugendes Album von einem jungen Ensemble, das seinen künstlerischen Standpunkt bereits gefunden hat.

…“Under construction“ könnte dagegen über dem Album des ebenfalls aus der Schweiz stammenden Kiku Trios stehen. Yannick Barman (tp,elec.) und Cyril Regamey, (drums) zwei Musiker aus Lausanne, haben ihr ursprünglich akustisches Duo zu einem Trio umgebaut, das stark mit elektronischen Effekten arbeitet. In der Kommunikation mit dem Pianisten Malcolm Braff entstehen mal luftige Räume für die Entfaltung frei improvisierten Themenmaterials, mal dichte, energiegelandene und mit elektronischen Sounds gespickte Passagen. Eine im Fluss befindliche Aufnahme von drei vielseitigen, kreativen Köpfen.



MUSIQUE - MÜSIK - MÜSÜK - MÜKÜS
Tom Gsteiger

Ist Müküs ein Geheimwort? Eine Abkürzung für “müde Küsse”? ... Fakt ist: Es war einmal ein kurdisches Fürstentum, das Müküs hiess. Nimmt uns also die Formation Müküs mit auf eine Reise durchs wilde Kurdistan? Ganz sicher nicht! Die Musik von Müküs ist einerseits hyperurban und weist andererseits Outerspace-Merkmale auf; als Soundtrack für einen exotisch-anachronist- ischen Abenteuerfilm mit Karl-May-Touch eignet sie sich nie und nimmer.

Müküs klingt irgendwie vertraut und ist doch ganz fremd. So geht es einem auch mit der Musik von Müküs - ihr innerstes Geheimnis gibt sie nie ganz preis. Als Spiritus Rector der Müküs-Musik darf der Bassist Lionel Gafner gelten, der nicht nur über eine blühende, sondern auch über eine wild wuchernde Phantasie verfügt. Magische Melodiemäander und verschachtelte Ostinato-Grooves gehören zu den Hauptzutaten, aus denen die sehr stark auf kollektive Interaktion ausgerichteten Stücke Gafners zusammengesetzt sind. In diesen ungewöhnlichen Stücken hat es für euphorische Höhenflüge ebenso Platz wie für apokalyptische Abgründe.

Das enorm facettenreiche Klangbild von Müküs fällt ebenfalls aus dem Rahmen. Die mal schnarrenden, mal schnatternden Kontrabassklarinetten- töne von Lucien Dubuis, die bizarren Klänge und fies fiepsenden Störgeräusche aus Jonas Kochers analoger Elektronikküche, die mysteriösen Keyboard-Sounds von Vincent Membrez und die enorm wandelbare, zwischen verführerischer Naivität und verhexter Bessessenheit oszillierende Stimme von Morgane Gallay: das ergibt eine ganz eigenartige und einzigartige Form von «Bitches Brew», die vom agilen Bassisten Gafner und vom draufgängerischen Schlagzeuger Fred Bürki stets am Köcheln bzw. Kochen gehalten wird. Und wie soll man dieses seltsame Ding beim Namen nennen? Wie wärs mit Experimental-Electronic-New-Urban-Space-Age-Rock-Jazz? Es geht auch einfacher: Müküs! Wer Müküs einmal gehört hat, vergisst nicht so schnell, wie Müküs klingt (nämlich wie Müküs).



Méthane, Kiku Trio, Veto Records
Di Vincenzo Roggero, http://italia.allaboutjazz.com

Kiku è un duo svizzero formato dal trombettista Yannick Barman e dal percussionista Cyril Regamey. Entrambi con solida preparazione accademica alle spalle, entrambi stregati dalla musica improvvisata e tuttora attivi in diverse orchestre sinfoniche e da camera, hanno pensato di coinvolgere in questa registrazione quel geniaccio di pianista brasiliano che risponde al nome di Malcom Braff. E la scelta è risultata la carta vincente di Méthane.

Quando prevalgono le trame sospese delle tromba di Barman, manipolata con un azzeccato uso dell'elettronica, e le sequenze ipnotiche, minimali delle percussioni di Regamey, il rhodes di Braff si inserisce liquido, sfuggente, vicino a certe intuizioni del Sun Ra tastierista ispirato. Il risultato è una musica da camera spaziale, senza forza di gravità, con i suoni che sembrano galleggiare nel vuoto, con distorsioni elettroniche atemporali che, come in un videogioco impazzito, vanno a sbattere contro le strambe linee melodiche create dal pianoforte.

Se a prevalere (ciò accade con meno frequenza) sono i ritmi serrati, Braff evidenzia il suo stile percussivo, incline a deviare da riferimenti più o meno classici, più o meno scontati, battendo i territori di una libera improvvisazione originale e personalizzata. Méthane è una riuscita combinazione di elettrico e di acustico, di manipolazione elettronica e di ricerca della purezza del suono, di ossessioni timbriche e di armoniose tessiture armoniche, di rigorosa scrittura e di imprevedibili devianze sonore. E' musica difficilmente etichettabile per i numerosi riferimenti a generi e stili che si possono cogliere e per l'abilità del trio nel tradurli in un linguaggio fresco e affascinante.



KiKu Trio «Méthane»
Jazz’n’more – Christof Thurnherr

Auf den ersten Blick ist das Cover nicht gerade so appetitlich: Ein detail eines grausigen Tiefseemonsters, aussen eine schlichte grafische Provokation mit türkiser Typographie auf fast irisierendem, giftgelbem Hintergrund innen. Gleichzeitig abstossend, irritierend und doch anziehend (auf Englisch gibt’s dafür das passendere „intriguing“) wirkt diese Gestaltung. Die Musik von Barman und Regamey, die zur Komplettierung des Trios den grossen Braff beigezogen haben, spielt mit genau diesen Gegensätzen. Ein schmerzverzerrtes Piano, dazu die schreckenerregende, weinerliche Trompete und daneben das fast unbeteiligte dahindümpelnde Schlagzeug – bis die drei dann über ein bombastisch aufbereitendes Break in die eigentliche Textur des ersten Stücks einleiten. Sodann dringt eine elektrisch verzerrte, mono-tonale, Improvi-sation der Trompete über die Andeutung eines südamerikanischen Patterns. Schliesslich inszenieren Sie eine mäandrierende Suche nach dem Höhepunkt über einem trägen Bluesthema, was nach siebzehn Minuten trabender Dringlichkeit kurz vor dem Gipfel sanft ausklingt. Und das ist erst das erste Stück dieser dramaturgisch einwandfreien und inhaltlich hochstehenden Zusammenstellung.

5-Sterne von 5!!!



Vera Kappeler Trio «Nach Slingia»
Jazzpodium (D) – Ulfert Goeman

…ungewöhnlich anders ist die Musik des Vera Kappeler Trios aus der Schweiz. „Nach Slingia“ erinnert mit seiner Kargheit und vieler ungewohnter Klänge ein wenig an Nick Bärtschs „Ronin“. Doch ist das Konzept hier ganz anders. Die Pianistin arbeitet mit Klängen, die den schweizerischen Bergen bzw. der Basler Trommelzunft entlehnt zu sein scheinen, wobei Einfaches verbogen und Komplexes in Fluss gebracht wird. Zwischen Simplifizierung und Abstraktion agierend sind die Stimmungen immer hochkonzentriert in Tönen zusammengefasst, die wegen der verwendeten Klangfarben (einem präparierten Klavier, Dobro, Harmonium, unorthodoxer Perkussion) hohen Erinnerungswert erhalten. Die Musik lebt von dem Ungewöhnlichen. So ist die Einladung dieses Trios Ende August dieses Jahres nach Wilisau folgerichtig!



Vera Kappeler Trio «Nach Slingia»
Jazz’n’more – Christof Thurnherr

Vera Kappelers Musik ist geprägt von einem ausserordentlich entspannten Verhältnis zur Zeit. An ruhiger Hand (mit einem richtigen, ausführlichen Intro!) führt sie den Hörer mit dem ganzen ersten Stück „Nach Slingia“, will heissen, in ihre eigene Welt. Diese ist voll von kuriosen Geschichten und Gedankengängen, die spielerisch, auf scheppernden Saiten, blasenden Balgen und klirrendem Spielzeug erzählt werden – in einem zugleich heimelig vertrauten und doch neugierig erkundeten Klangraum. Das Tempo ist gemächlich, was hier aber nichts mit langweilig oder trödlerisch zu tun hat. Und innerhalb der einzelnen Stücke spielt sie mit rhythmischer Ambivalenz. Das Stück „Nenner“ scheint sich darüber zu wundern, dass Dreiviertel- und Dreiachteltakt unterschieden werden: oder dass sie doch so nahe miteinander verwandt sind? Wie am letzten JazzNoJazz zu erleben war, fügen sich Gerber und Friedli wunderbar in diese verspielte Umgebung. Sie sind offenbar nicht nur da, um mit Bass, Resonatorgitarre und Perkussion die Ideen tonal zu vervollständigen, sie spielen richtig mit.



Nach Slingia, Vera Kappeler Trio, Veto Records (2009)
di Paolo Peviani - http://italia.allaboutjazz.com

Un incipit cinematografico. Un dobro dagli echi western, da duello alla pistola sotto il sole cocente del deserto, si stempera lungo un bordone portato dall'harmonium, fino ad assumere un andamento maestoso. Inizia così, tra timbriche inusuali e contrasti tra generi, questo album del Vera Kappeler Trio. E si prosegue tra lampi di jazz, blues, popolari. Strizzando un occhio a Keith Jarrett e l'altro a Esbjörn Svensson, secondo una formula nota e consolidata: armonie semplici arrangiate in modo complesso e, viceversa, armonie complesse ammorbidite da un'interpretazione fluida e ciclica.

L'elemento preminente, qui, è l'utilizzo di combinazioni strumentali inconsuete. Il toy piano, il dobro, l'harmonium. Alla batteria si sostituiscono le percussioni, decisamente meno invasive e più caratterizzanti, coloristiche.

Ed anche se sul piano compositivo non c'è nulla di particolarmente innovativo, l'aspetto timbrico è così interessante da farci dimenticare volentieri che, per molti versi, l'ascolto dell'album ha suscitato in noi ampi squarci di déjà vu.



KiKu Trio «Méthane»
Skug – Journal für Musik, Wien

Kiku kommen aus der Schweiz, sind ein experimentierfreudiges Trio mit Trompete, Klavier und Drums, dabei elektronisch manipulierten Sounds nicht abgeneigt und präsentieren mit »Méthane« ein Album, das live und im Studio aufgenommen wurde. Die Wurzeln dieser Instrumentalgruppe liegen eindeutig im Jazz, den es aber nicht möglichst getreu zu kopiert gilt, erforscht man doch etwas, das mit einem einzigen und einfachen Wort benannt werden kann: Musik.

Diese hier ist frei, frisch, real und beseelt, wenn nicht gar in Trance entstanden. Sie ist anders und verschieden, entfaltet und ereignet sich als gemeinsames Spiel dreier Individualisten. Wenn auch Don Cherry und die Michel Portal Unit aus den 70ern wie ein fernes Echo nachhallen, habe ich bis jetzt dennoch keine Band gehört, die wie Kiku klingt: Hier wird nicht sinnlos geblasen, hier bekommt man Songs und Soundtracks. Höchst aufregend!



Vera Kappeler Trio «Nach Slingia»
Skug (A) – Journal für Musik, Wien

Auf dem Album für dieses Schweizer Label (das ein Kollektiv oder eine Künstlergruppe sein könnte) legt sich Vera Kappeler keine musikalischen Schranken auf, was mir sehr gefällt. Zum Teufel mit den Etiketten, der Himmel und andere Freuden liegen in der Musik. Kappeler spielt Klavier, warum sollten wir uns also auf eine Nische oder einen Stil beschränken? Es gibt das Leben, es gibt alle möglichen Musiken, die wir hören und die uns begleiten, und genau das spielt sie, ihre eigene Geschichte mit allem, was dazugehört. Gelistet wird das noch immer unter »Jazz«, aber wenn das auf dieses Album tatsächlich zutrifft, dann sind wir mit Sicherheit wieder dort, wo Jazz einen Sinn hatte und einfach Musik war. Wie immer man's nennt, wir werden es nehmen, wie wir es bekommen, auch von Kappeler, die für uns ihre eigene Geschichte in Tönen weiterspinnt. Es ist eine wahre Freude, eine sehr junge Künstlerin so natürlich und eigenständig spielen zu hören. Wärmste Empfehlung. NOËL AKCHOTÉ/Ü: F. KULCSAR



Vera Kappeler Trio - Bröckelde Kinderliedchen
Weltwoche - Peter Ruedi

Ist Vera Kappeler die beste neue Jazzpianistin der Schweiz? Selbst sie würde über die Frage lachen, und sie lacht selten. Die in Winterthur lebende Baslerin ist ein ernsthafter Mensch, das heisst, sie investiert so viel Humor in ihre Musik, dass ausserhalb von der wenig übrig bleibt. Mal ein ätherisches Wesen, krempelt sie handkehrum die Ärmel hoch und haut Klötze in die Tastatur wie weiland Thelonious, als würde sie den staksig stolpernden rythmischen Gestus von Monks merkwürdigen Tänzchen in ihre Musik übertragen. Vera Kappeler ist nicht naiv und nicht kompliziert, sie ist schräg, und zwar buchstäblich - als kämpfte sie ständig um’s Gleichgewicht und würde die Kurve immer gerade noch so kriegen. Auf ihre verquere Weise ist sie gewiss die spannendste Pianistin zur Zeit. Spannend im Wortsinn. Zwischen dem Einfachen und dessen Verstörung knistert unablässig ein Hochspannungsfeld.

Vera Kappeler hat durchaus einen Hang zum ungebrochenen Schönklang, zum Hymnischen. Nur hält sie es darin nicht lange aus. Dass sie sich zu dessen Herstellung gern ans Harmonium setzt, sagt alles. Das Harmonium ist das denkbar hinfälligste Instrument zur Schaffung einer hohen sakralen Aura, die asthmatische Kleinstausgabe der Orgel. Der Hymnenklang, bei dem aus dem Tretbalg die Motten stieben. Zusammen mit dem (der?) Dobro, der Resonanzgitarre, zu der Bassist Simon Gerber gelegentlich gern greift, zusammen mit der nachbebenartig grummelnden Perkussion von Drummer Lionel Friedli ergibt das eine Musik von nächster Ferne: jenseitige Klänge wie im Titelstück „Nach Slingia“, vertrackt bröselnde, bröckelnde einfache Melodien, die oft still in sich zusammensinken. Auf dem Gampiross so hingesungene einbrechende Kinderliedchen. Daneben, ich sagte es, langt die fragile Dame auch mal ganz schön hin. Das Trio besteht aus drei kongenialen Ruinenbaumeistern, die manchmal auch veritable Kathedralen errichten („Ol’ Man River“) oder wenigstens Kapellen („Augenlied“, einer Art „Django“). Wenn auch sozusagen aus Zündhölzern.

Vera Kappeler Trio: Nach Slingia. Veto Records 003



Vera Kappeler Trio
Der Bund – Georg Modestin

Die Basler Pianistin Vera Kappeler gehört zu den geheimen Hoffnungsträgerinnen der Jazzszene. Mit „Nach Slingia“ legt sie ein Album vor, das den Erwartungen gerecht wird.

Obwohl dies im Rahmen einer Vorschau nicht üblich ist, sei dem Verfasser dieser Zeilen ein kleiner Rückblick auf seine eigene Sozialisierung mit dem Jazz erlaubt. Sein allererstes Lieblingsstück war nämlich „Ol ‚Man River“ – einst von Jerome Kern und Oscar Hammerstein für das Musical „Show Boat“ (1927) geschrieben -, und zwar in der Instrumentalfassung von Bix Beiderbecke und Frankie Trumbauer aus dem Jahre 1928. Noch heute jagt ihm die Erinnerung daran einen Schauer über den Rücken. Umso schöner ist es, wenn es bei rarer Gelegenheit neue Interpretationen dieser Komposition zu entdecken gibt, zuletzt als Schlussnummer und einziger Standard auf Vera Kappelers Erstling „Nach Slingia“, der dieser Tage auf veto-records (Plainisphare) erscheint - als zweifellos stillste Produktion in dem im Aufbau begriffenen Katalog des jungen von Musikerhand gefürhten Labels.

Sensible Künstlerin
Kappelers in Form einer sehnsuchtsschwangeren Country Ballade träge dahinfliessender „Ol’Man River“ - gemeint ist natürlich der Mississippi – illustriert auf sehr schöne Weise, wie sich die 1974 geborene Baslerin, die in Winterthur klassisch ausgebildet worden ist, daneben aber auch Jazzunterricht genossen hat, eine fremde Vorlage so zu eigen macht, als stamme das Stück von ihr. Ihr „Ol’Man River“ klingt wie kein zweiter; höchstens gemahnt er an andere Titel auf demselben Album, die aber – mit einer weiteren Ausnahme - alle der Feder der Leaderin entsprungen sind.

Die Pianistin, die zur Erweiterung ihres klanglichen Spektrums gewinnbringend auch zum Harmonium greift, hat sich einen Ruf als sensible, den einzelnen Tönen grosse Beachtung schenkende und aller oberflächlichen Virtuosität abholde Künstlerin erspielt. „Nach Slingia“ hält nun diesen Erwartungen stand, nicht zuletzt durch die Mitwirkung des Bassisten Simon Gerber und des Schlagzeugers Lionel Friedli, die klingen, als hätten sich Tom Waits und Thelonious Monk in einer Bar miteinander verbrüdert. Dann rumpelt die Musik wiederum daher wie eine altersschwache Diesellok, für die man voller Nostalgie hofft, dass sie nie ersetzt wird. Manchmal sind es aber auch nur ein paar schwebende Klänge, die den Zauber eines Augenblickes ausmachen. Damit wird klar, dass die Schönheit dieser Musik eine durchaus hintergründige ist, die sich still und, so möchte man meinen, unbemerkt, ja vielleicht sogar ungewollt entfaltet.



Vera Kappeler Trio - Brüche und Ausbrüche
Wiler Zeitung – Tom Gsteiger

Vera Kappeler machte sich am Konservatorium Winterthur mit den Finessen der abendländischen Klaviermusik vertraut, um schliesslich bei einer Form von Jazz zu landen, bei der sie mehr Wert auf archaische Ausdruckskraft als auf filigrane Flinkfingrigkeit legt. „ In meiner musikalischen Entwicklung gab es viele Irr- und Umwege. Jetzt weiss ich besser, was ich will und was ich nicht mehr brauche“, sagt die Pianistin. Ihre zwischen rustikal-rumpelnder Schroffheit und leiser Melancholie oszillierenden Stücke entwickelt die sensible Künstlerin in Etappen: „Am Klavier probiere ich Ideen aus. Wenn mir etwas gefällt, schreibe ich es auf und lege es weg. Wenn die Idee nach Tagen oder Monaten noch Bestand hat, mache ich weiter. Ich sammle fast alle meine Ideen“.

Mit Trio einen Wunsch erfüllt
An effekthascherischen Kapriolen ist Kappeler nicht interessiert. Sie nahm Unterricht beim begnadeten Basler Jazzpianisten Hans Feigenwinter. Als Riesenentdeckung mit befreiender Wirkung“ bezeichnet sie die Aufnahmen von Blues-Pionieren: „Da wimmelt es von komischen, unregelmässigen Formen. Und manchmal wird der Rhythmus total über den Haufen gerührt“. Mit der Gründung ihres eigenen Trios ist Kappelers grösster Wunsch in Erfüllung gegangen: „Ich wollte ein Gruppe, mit der ich meinen Ideen noch besser auf die Schliche komme. „Mit dem schnörkellosen Kontrabassisten Simon Gerber, der auch Gitarre und Dobro spielt, und dem fintenreichen Schlagzeuger Lionel Friedli hat die Pianistin, die ihr Spektrum an Sounds durch den gelegentlichen Einsatz eines Harmoniums und Spielzeugklaviers erweitert, hellhörige Mitstreiter, die sich auf ihre zugleich nostalgische und fortschrittliche Vorstellungswelt einzufühlen vermögen.

Torkelnde Gefühle
Ein stück auf Kappelers kürzlich erschienener Trio-Cd „Nach Sliniga“ trägt den Titel „Meine Bar“. Würde Kappeler eine Bar aufmachen, dann stünde dort mit grösster Wahrscheinlichkeit eine Jukebox mit einer eigenwilligen Musikauswahl: Tom Waits dürfte nicht fehlen, dazu kämen alter Blues und diverse Volksmusik, New Orleans Jazz und Fats Walller, ein bisschen zeitgenössischer Jazz und wohl auch Klassik. In ihrem Klavierspiel hat sich Kappeler allerdings meilenweit von Mozart oder Chopin entfernt, und ihr Trio schreibt sie keinen minuziösen Partituren, sondern Miniaturen, die die Gefühle heftig ins Torkeln bringen. Sie brauche die Reibung von liedhaft-einfachen Melodien und komischen Klängen, sagt Kappeler und fügt hinzu: „Ohne Ausbrüche, ohne Überraschungen und Geheimnisse geht es nicht.



Vera Kappeler Trio - Frei grasende Schreibmaschinen
Der Landbote

> download PDF



Kappeler/KiKu - Folk-Jazz trifft Jam-Jazz
Luzerner Zeitung – Pirmin Bossart

Das junge Luzerner Label Veto Records wartet mit zwei Neuveröffentlichungen auf: Darunter eine Trio-CD der angesagten Jazzpianistin Vera Kappeler.

Der erste Track ist auch gleich das Titelstück: „Nach Slingia“ überrascht den Hörer mit seinem sphärischen Folk-Timbre. Die Pianistin spielt Harmonium, der Bassist die Dobro. Das ist schon mal ungewöhnlich. Aber es ist nicht alles, das dieses Album zu einem Lichtblick unter der aktuellen Schweizer Jazzveröffentlichungen macht.

Vera Kappeler (Piano, Harmonium, Toy Piano), Simon Gerber (Bass, Dobro) und Lionel Friedli (Drums) bewegen sich in klanglicher Transparenz und heiterer Gelassenheit durch die zehn Tracks. Doch hat das nichts mit der Virtuosität und Poliertheit gewisser modische Piano-Trios zu tun. Die Musik hier hat eine eigenständige Qualität. Sie ist markant und bodenständig. Andererseits auch entwaffnend schlicht und quer.

Folk Noir Jazz
Sentimental-berührende Tracks wie „Nach Slingia“ und „Hoosen-Johnny“, das geheimnisvolle Folk-Noir-Stück „Knock“ oder das amerikanische Traditional „Ol`Man River“ lassen an eine eigenständige „Folklore imaginaire“ denken. Doch ist das mitunter Songhafte in diesen Stücken nur Bestandteil von etwas Umfassenderem, zu dem sich auch abstrakte, repetitive und verwinkelte Tonfolgen gesellen.
Die in Winterthur lebende Pianistin Vera Kappeler (34) ist in den letzten zwei Jahren zunehmend ins Rampenlicht der neuen Jazzszene gerückt. Sie absolvierte ein klassisches Klavierstudium und nahm auch Unterricht beim Jazzpianisten Hans Feigenwinter. Zusammen mit Bettina Klöti interpretiert sie als Duo Bergerausch unbekannte Schweizer Volkslieder.
Sie ist auch Mitglied eines Quartetts der Sängerin Marianne Racine oder spielt mit Andy Scherrer und Manuel Mengis. An den diesjährigen Stanser Musiktagen war die Pianistin im neuen Quartett des Berner Spoken Word Künstlers Jürg Halter zu hören.

Kiku Trio
Gleichzeitig mit dem Vera Kappeler Trio hat veto-records die erste Scheibe des Kiku Trios veröffentlicht. Kiku ist ein Projekt des Westschweizer Trompeters Yannick Barman. Auf Méthane“ spielt Barman mit dem Bassisten Cyrill Regamay und dem bekannten Pianisten Malcolm Braff. Dazu kommt eine gelegentliche Elektrospur, die Barman keck in den Jamsound legt.
Barman ist ein experimentierfreudiger Fabulierer auf der Trompete. Aber er hat auch die kühlen Bögen drauf, die melancholischen Träumereien, die klagenden Reduziertheiten. Vor allem lässt er einen frischen Zugang zur Elektronik hören, der weiter und unberechenbarer gefasst ist als die schwüle Trip Hop-Ästhetik von Nu-Jazz-Trompetern wie Nils Petter Molvaer und Erik Truffaz.

Lange Tracks
Wohltuend, wie sich dieser Jazz an keine Trend-Krücken für ein breiteres Publikum hält, sondern unbeschwert und manchmal fast etwas eigensinnig den musikalischen Instinkten folgt. Von den fünf Tracks sind drei über zehn Minuten lag, einer geht gar über 20 Minuten. Das ist lang, aber man muss sich nicht langweilen.
Unterwegs hören wir facettenreich ausufernde Piano-Passagen, begeben uns auf rhythmische Fährten ohne Schlagzeug, lauschen einem abgedrehten Trompeten-Rezital und werden immer mal wieder von den unbekümmert eingesetzten Elektro-Infusionen überrascht. Die Musik ist nicht gekünstelt, sondern mäandert verspielt und „down-to-earth“. Das macht sie sogar zugänglich.



Scope
All about Jazz – Luca Vitali http://italia.allaboutjazz.com
(aus dem Italienischen übersetzt von C. P.)


In verdienstvoller Weise versucht das Label Veto Records seit ein paar Jahren jungen Schweizer Musikern mit besonderen technischen Fähigkeiten, Kreativität und Experimentierfreude eine Stimme zu geben. Scope, die Formation des Pianisten Hans-Peter Pfammatter, die sich auf eine Art dem "groove" eines Nik Bärtsch, ebenfalls Schweizer, verschrieben hat, vielleicht mit weniger Eleganz und Feinheit, jedoch mit mehr Kraft und Forwärtsgerichtetheit, beweist Eigenständigkeit.

Am gelungensten sind die Passagen, in denen der Bandleader am Keyboard sitzt, die Passagen am Piano sind dagegen eine Spur einfühlsamer, aber weniger wirksam. Kochende Rhythmen, unterlegt mit einem vom Tasteninstrument erzeugten Klangteppich, auf dem die Bassklarinette sich rauf-und runterspielt, alternieren mit lyrischen Elementen, die wiederum von Verzerrungen aus der Ruhe gebracht werden, während Pfammatter sich am Klavier in Szene setzt. Dunkel-magmatische Teile werden von eher rockigen Passagen abgelöst, wobei das Schlagzeug gemeinsam mit dem Elektrobass zum Höhepunkt treibt, wodurch der Sound flüssig und amalgatisch wirkt.

Die einzelnen Stücke schöpfen die expressiven Möglichkeiten der Instrumente aus, ohne je kitschig oder anbiedernd zu sein. Die schwer etikettierbare Musik lässt gute und interessante Ansätze und Ideen erkennen, aber überzeugt insofern nicht vollständig, als sie einem als Ganzes perplex zurücklässt - die Suche scheint unabgeschlossen. Der Bandleader am Piano dürfte das Spiel mehr bestimmen, doch paradoxerweise scheint er kaum zu begleiten, während eine Menge sonores Fluidum von geladener Emotionalität aus den Tasten strömt. Gut ist die Individuelle Leistung der einzelnen Musiker, besonders des Klarinettisten Lucien Dubuis, der über weite Strecken die expressiven Möglichkeiten seines Instruments bestens ausschöpft, indem er Dissonanzen und Spannungen von grosser Kraft und Emotionalität erzeugt. Und gut ist auch das Zusammenspiel, das von bemerkenswertem Zusammenhalt zeugt und die Freiheit der Phrasierungen, wobei ein paar Momente der Perplexität bestehen, die sich jedoch in Zukunft zu einem Wendepunkt entwickeln könnten, zu einem Element, das die Band bestätigt.



Veto - Jazz Guerilla
Der Landbote – Tom Gsteiger

Veto-records ist ein neues Label, dessen Produktionen fernab des braven Mainstreams anzusiedeln sind. Veto heißt das neue Quartett des umtriebigen Unruhestifters Christoph Erb: Der Schlagzeuger Julian Sartorius und der Kontrabassist André Pousaz sorgen für Hochdruck hinter den beiden sich gegenseitig anfeuernden Saxofon-Expressionisten Erb (Tenor) und Achim Escher (Alt). Das Resultat: Dampfkochtopf-Jazz, der Erinnerungen an die New Yorker Downtown-Szene weckt. Auf dem Live-Mitschnitt mäandert die Gruppe in langem Stücken auf fesselnde Weise zwischen pumpenden Adrenalin-Grooves, ungestümer Rotzlöffel-Action und kurvenreich-abstrakter Melodik.



Veto
All about Jazz – Vincenzo Roggero / http://italia.allaboutjazz.com

Che dire di un disco come Veto di Christoph Erb? Che è registrato dal vivo, che prevede solo due lunghi brani, che i protagonisti sono quattro improvvisatori svizzeri, che dietro la sezione ritmica si danno da fare il sax contralto di Achim Escher ed il sax tenore o il clarinetto basso del leader.

E ancora, che i brani hanno una struttura aperta con qualche raro momento di raccordo rispetto alle sortite solistiche, che i protagonisti fano sfoggio di grande competenza e tecnica strumentale, che sanno esplorare tutta la gamma espressiva consentita dai rispettivi strumenti.

Se nonché l’ascolto del disco ti instilla il dubbio che quella presente in Veto sia una proposta musicale indissolubilmente leagata al momento esecutivo, ad una fruizione in tempo reale da parte dell’ascoltatore/ spettatore che puo cogliere soffi, vibrazioni, umori, ed una creatività istantanea inevitabilmente offuscati dal passaggio su CD.

Veto-records è un etichetta che investe nella sperimentazione e nelle registrazioni dal vivo al fine di cogliere l’autentcitate la spontaneità della musica.



Christoph Erb „VETO“
Jazzzeit (A) – Ferstl

“Veto”: Aus leisem Geflüster wird ein bombastischer Groove, aus zwei Saxofonen wird ein mächtiger Sound aus Melodie, dazu Bass und Schlagzeug. Die neue CD von Christoph Erb, erschien auf dem brandneuen schweizer Label veto-records, ist ein gelungenes Experiment aus Komposition, Improvisation und Jazz. Erb, welcher alle Fassetten des Saxofons kennt und auch bewusst ausspielt, hat seines Gleichen gefunden, denn mit dem Altsaxofonisten Achim Escher, Kontrabassist André Pousaz und Schlagzeuger Julian Sartorius kosten sie alle Farben und Klänge der jeweiligen Instrumente voll und ganz aus. Dieses Klanggemisch reicht von Samt-weich bis hin zu kratzig wie Stacheldraht. Untermalt wird das Ganze von einem gewaltigen Beat, der alle Nerven im Körper des Zuhörers zum beben bringt, um sie dann bei den plötzlich wieder ruhigeren Teilen wieder in Entspannung zu setzen. Christoph Erb und Veto – Grandios! Kein Grund ein Veto einzulegen.



Kein Veto gegen Jazz im Kino - Jazzwerkstatt Festival, Bern
„Der Bund“ – Tom Gsteiger

...der Schlagzeuger Julian Sartorius sorgte mit dem Kontrabassisten André Pousaz für Hochdruck hinter den sich anfeuernden Saxofon-Expressionisten Achim Escher und Christoph Erb. Dieses furiose Quartett trägt den Namen Veto und so heisst auch ein Label, das vom umtriebigen Unruhestifter Erb ins Leben gerufen wurde. Gegen Erbs Guerilla-Jazz soll hier kein Veto eingelegt werden. In langen Suiten mäandert die Gruppe auf fesselnde Weise zwischen pumpenden Adrenalin-Grooves, ungestümer Rotzlöffel-Action und kurvenreich-abstrakter Melodik.



„VETO“ Christoph Erb
Jazz ’n ’more - Pirmin Bossart

Musik mit einem langen Atem, die nicht bloss ein wenig an der Oberfläche glitzert: Das bietet Veto, die jüngste Band des Luzerner Saxofonisten und Bassklarinettisten Christoph Erb (erb_gut, Lila). Die Cd besteht aus zwei Tracks von 35 Minuten und von 14 Minuten, die live eingespielt wurden. Erb hat die CD auf seinem selber gegründeten Label herausgebracht – durchaus verstanden als Akt der Selbstbestimmung gegenüber einem Musikbusiness, das je länger desto stärker nur noch auf Genormtes und Mainstreamiges setzt. Vetos Musik ist ein Statement gegen die Durchschaubarkeit von Erlerntem und ein Plädoyer für die Herausforderung des Loslassens. Sie entsteht aus kleinsten Zellen, die von den vier Instrumentalisten in kollektiver Interaktion entwickelt werden. Während Track 2 Reduktion und kecke Aufmüpfigkeit in Fluss bringt umfassen die Reichweiten von Track 1 neben melodiös schwirrenden Kernzellen auch free rockig getöntes und forsch gepulste Grooves. Aber sie sind nur Ausbuchtungen in einem viel Grösseren aus Klang, Kollektiv und Space. Hier ist die nächste Generation von Jazz Schweiz, die dem Akademischen und Überlieferten etwas freakig Zeitgenössisches entgegensetzt. Die Lust am Prozess, ohne dass ihr ein Konzept im Weg steht oder ein dubioser Kunstgeschmack befriedigt werden will. Die vier Musiker allesamt bekannte Cracks der jüngeren Szene, von denen jeder Einzelne auch sonst eine prägnante Stimme am entwickeln ist.



„Veto“, eine musikalische Reise
„Der Bund“ - Georges Modestin

.....zu hören sind zwei ausgedehnte, Mokotòw Part I bzw. Part II genannte Sequenzen, deren kompositorisches Gerüst auf Leader Erb zurückgeht. Die Gruppe begibt sich darauf auf eine musikalische Entdeckungsreise durch einen von unterschiedlichen Stimmungen geprägten Mikrokosmos. Dabei zeigt sich auf schöne Weise, dass Freiheit nicht Beliebigkeit bedeutet, sondern erst durch verbindliche Strukturen, in denen sich alle periodisch wieder finden, ermöglicht wird. Diese Strukturen haben einen starken rhythmischen Unterbau, der Erb’s Interesse am Rock verrät. Das Abspielen kanonischer Schemen liegt dem Saxofonisten nicht.. Allerdings ist er Jazzer genug, um den improvisatorischen Handlungsspielraum zu nutzen, dem ihm diese Musik gibt ...



Christoph Erb - VETO
Digitale Jazz-Zeitung (DE) - Joachim Holzt-Edelhagen,

...dieses Album ist ein musikalischer Hochkaräter mit feinem Geschmack und Klarheit !



Veto – Sehr dafür !
Das Kulturmagazin, Luzern - Christoph Fellmann

Die Cd beginnt als Dialog von Christoph Erb am Tenorsaxofon und Achim Escher am Altsaxofon: Elegante Linien kreisen in der Tiefe um das nervöse Zwitschern und Zucken des höheren Instruments. Das Zusammenspiel von Erb und Escher bleibt auch das Zentrum der Gruppe Veto, als André Pousaz, bass und Julian Sartorius, drums nach drei Minuten einsetzten. Hier entsteht immer neue Reibungs- und Kollisionsenergie, das Schlingen und Schreien der beiden Saxofone ist bisweilen von horrendem Schub und einer mitreissenden Kraft, der die lyrischen Momente erst mal abgerungen sein wollen. Darunter legen Pousaz und Sartorius genauso stupend den frei beweglichen, auf- und abschwellenden Puls für die zwei langen Stücke dieser Live-CD. Es gibt hier – anders als bei Erb’s Band „erb_gut“ keinen Rock und keinen Chill. Das hier ist Jazz, akustisch, fast klassisch - aber auf fabelhaftem Niveau. Also kein Veto: Gegen diese hervorragende Band gibts gar nichts einzuwenden.



Scope: Nu-Gara
NZZ am Sonntag - Manfred Papst

Der 1974 in Siders geborene Keyboarder und Komponist Hans-Peter Pfammatter ist schon in Christy Doran’s New Bag und im Gilbert Pfaeffgen Trio positiv aufgefallen. Daneben hat er auch mehrere andere Formationen, darunter die bemerkenswerte Band Lila. Sein neues Projekt, das auf den Namen Scope hört, lässt erneut aufhorchen. Diesmal hat Pfammatter sich mit dem Bassklarinettisten Lucien Dubuis, dem E-Bassisten Urban Lienert und dem Schlagzeuger Lionel Friedli zusammengetan. Die Kompositionen zu „Nu-Gara“ sind in Berlin entstanden. Das merkt man Ihnen an: Die elektrifizierte Musik, die Elemente von Rock, Punk, Crossover und Energy-Jazz verbindet, reflektiert das Leben der Grosstadt. Kristalline Unisono-Passagen wechseln ab mit kantigen Riffs und dreckigen Soundscapes über treibenden, bisweilen ungeraden Beats. Oft gehen die Improvisationen von einer Ostinato-Figur aus, die von einem Musiker intoniert und dann von den andern aufgenommen und variiert wird - und so in einen urbanen Dschungel führt, in dessen Weiten man sich gern verliert.



Veto-Records